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Prozess um Vergewaltigung eines 17-Jährigen

Heute, 10:45 · Lesedauer 2 min

Am Montag ist ein 29-Jähriger in Wien unter anderem wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung vor Gericht gestanden. Er soll im Oktober 2025 einen damals 17-Jährigen in dessen Wohnung missbraucht und bestohlen haben. Der Angeklagte bestritt den Vorwurf der Vergewaltigung, die sexuellen Handlungen seien seiner Aussage nach einvernehmlich gewesen. Die beiden trafen sich zum Rauchen von Crystal Meth. Der Mann sitzt seit Oktober in Untersuchungshaft.

Laut der Staatsanwältin begegneten die beiden einander am 23. Oktober 2025 beim Bahnhof Ottakring, der 29-jährige Angeklagte soll dem Jugendlichen Drogen angeboten haben. Daraufhin habe der mittlerweile 18-Jährige den Bulgaren zu sich nach Hause eingeladen, um dort Pizza zu essen und einen Film zu schauen. "Plötzlich zog der Angeklagte ein Messer und hielt es an den Hals des Opfers", sagte die Staatsanwältin. Dabei kam es laut Anklägerin zu sexuellen Handlungen gegen seinen Willen.

Zudem soll der Mann zuvor die Wohnungstür des Opfers abgesperrt und den Schlüssel an sich genommen haben. Der damals 17-Jährige verbarrikadierte sich nach der Tat im Badezimmer, bis der Beschuldigte die Wohnung verlassen hatte, erläuterte die Staatsanwältin die dramatischen Umstände. Am Weg hinaus soll der 29-Jährige dann auch noch das Smartphone, eine Armbanduhr, einen E-Scooter und eine Jacke des Burschen mitgenommen haben. Trotz aufrechtem Waffenverbot wurde später ein illegales Springmesser in der Wohnung des Angeklagten gefunden. Die Staatsanwaltschaft legte ihm das Verbrechen der Vergewaltigung sowie die Vergehen des Diebstahls und den Verstoß gegen das Waffengesetz zur Last.

Der Angeklagte gab zu Protokoll, er sei seit mehr als zehn Jahren abhängig von Crystal Meth und konsumiere täglich hohe Mengen. Den Burschen habe er an jenem Abend zum ersten Mal gesehen. Er habe ihn in dessen Wohnung begleitet und dort habe man gemeinsam die Drogen geraucht. Die Tathandlungen leugnete der 29-Jährige. "Es war mir sehr unangenehm, ich bin verheiratet und habe ein Kind", behauptete er.

Den Scooter und die Jacke habe er als Gegenleistung für die konsumierten Drogen von dem Burschen "geschenkt" bekommen, wie seine Verteidigerin sagte. Den Diebstahl des Smartphones und der Armbanduhr bestritt er. Den Verstoß gegen das Waffengesetz wiederum gab er zu.

Der Mann widersprach heute allerdings grundlegend seinen ersten Aussagen bei der Polizei. Damals bestritt er unter anderem vehement sexuelle Handlungen an dem Burschen. Das Opfer wurde unter Ausschluss der Öffentlichkeit einvernommen.

Zusammenfassung
  • Ein 29-jähriger Mann steht in Wien vor Gericht, weil er im Oktober 2025 einen damals 17-jährigen Jugendlichen in dessen Wohnung unter Einsatz eines Messers sexuell missbraucht und bestohlen haben soll.
  • Laut Anklage begegneten sich beide am 23. Oktober 2025 beim Bahnhof Ottakring, konsumierten gemeinsam Crystal Meth und der Angeklagte sperrte die Tür ab, zog ein Messer und erzwang sexuelle Handlungen gegen den Willen des Opfers.
  • Der Angeklagte bestreitet die Vergewaltigung, gibt aber seine Crystal Meth-Abhängigkeit seit über zehn Jahren und den Verstoß gegen das Waffengesetz zu, während er den Diebstahl von Smartphone und Armbanduhr abstreitet.