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Prozess um Missbrauch von Zwölfjähriger in Wien

Heute, 10:45 · Lesedauer 3 min

Am Dienstag ist ein 32-Jähriger wegen des Vorwurfs des schweren sexuellen Missbrauchs einer Unmündigen sowie des unerlaubten Umgangs mit Suchtgift in Wien vor Gericht gestanden. Er soll im September 2025 mit einer Zwölfjährigen Sex gehabt und ihr im Gegenzug Kokain angeboten haben. Der Angeklagte bestritt diese Vorwürfe: "Ich hatte nie Beischlaf mit einer Minderjährigen." Er habe ihr auch keine Drogen angeboten, erklärte er. Der Prozess wurde vertagt.

Der 32-Jährige sitzt aktuell bereits eine Haftstrafe ab und ist mehrfach einschlägig vorbestraft, unter anderem wegen schweren Raubes und Vergewaltigung. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung. Laut der Staatsanwältin habe er im September das zwölfjährige Mädchen und dessen 15-jährige Freundin am Westbahnhof angesprochen und ihnen Drogen für Geschlechtsverkehr angeboten. Dafür seien die drei in eine Garage gegangen. Dort soll er das Mädchen missbraucht haben. Die versprochenen Drogen habe er ihnen aber nicht übergeben, fügte die Staatsanwältin hinzu.

Am Körper des Mädchens wurden DNA-Spuren mehrerer Männer gefunden. Keine davon stammte allerdings vom Beschuldigten. Dieser wehrte sich vor Gericht vehement gegen die erhobenen Vorwürfe. Die Mädchen seien ihm bekannt, weil er oft am Gürtel unterwegs sei. "Ich verkaufe dort Drogen, um meinen eigenen Konsum zu erhalten", erklärte er. Die beiden hätten mehrere Dealer angesprochen, auch ihn. Er habe ihnen allerdings keine Drogen geben wollen. Dann sei er in jene Garage gegangen, um "mir meinen Schuss Kokain" zu setzen. "Die beiden sind an mir gepickt", schilderte er. "Sie wollten das Kokain, die hätten alles dafür gemacht", aber "ich habe denen nie Koks gegeben". Die Anschuldigungen seien "eine Frechheit", setzte er fort.

"Du weißt schon, was du machst?", unterbrach er die 15-jährige Freundin der Zwölfjährigen, als diese ihre Zeugenaussage machte. Daraufhin wurde er von der Justizwache aus dem Saal gebracht. Das Mädchen schilderte, sie und ihre Freundin hätten an diesem Tag gemeinsam Drogen konsumiert. Die beiden hatten sich demnach Anfang des vergangenen Jahres in einer psychiatrischen Einrichtung kennengelernt.

Zeugin schilderte Vorfall

Den Angeklagten erkannte die 15-Jährige nicht mit Sicherheit wieder. Ein Mann mit seinem Namen habe ihnen damals jedenfalls Drogen angeboten. "Damit wir das bekommen, musste eine von uns mit ihm schlafen", erinnerte sie sich. "Ich hab' zuerst gesagt, dass ich das mache. Aber dann habe ich Angst bekommen." Daraufhin habe sich die Zwölfjährige bereit erklärt, mit dem Mann sexuelle Handlungen vorzunehmen. Laut der Zeugin sei das Alter des Mädchens im Vorfeld kein Thema gewesen.

Aus gesundheitlichen Gründen konnte das Opfer heute nicht einvernommen werden. Der Prozess wurde auf den 11. Mai vertagt.

Zusammenfassung
  • Ein 32-jähriger Mann steht in Wien wegen des Vorwurfs des schweren sexuellen Missbrauchs einer Zwölfjährigen und des unerlaubten Umgangs mit Suchtgift vor Gericht.
  • Der Angeklagte soll im September 2025 am Westbahnhof dem Mädchen und ihrer 15-jährigen Freundin Drogen für Sex angeboten haben, bestreitet jedoch alle Vorwürfe.
  • DNA-Spuren mehrerer Männer wurden am Körper des Opfers gefunden, aber keine stammte vom Angeklagten, und der Prozess wurde auf den 11. Mai vertagt.