Prozess nach mit viel Glück überlebtem Schießunfall
Für Verteidiger Roland Friis war es "ein Wunder", dass sein Mandant den Schussunfall vom 18. Dezember 2025 überlebte. Das Projektil habe den Unterkiefer, den Oberkiefer, das Jochbein und die rechte Augenhöhle durchschlagen. "Er war über einen Monat im Spital und wurde intensivmedizinisch behandelt", sagte Friis. Sein Mandant sei schuldeinsichtig: "Aber die Waffe lag zu Hause. Er ist damit nicht spazieren gegangen. Er hat niemanden anderen in Gefahr gebracht."
Der Angeklagte war geständig. Es sei "der größte Bledsinn meines Lebens" gewesen, im alkoholisierten Zustand die Pistole der Marke Star, Modell S.A. in die Hand zu nehmen. Das rechte Auge des 63-Jährigen war mit einer Augenklappe bedeckt. Er habe aus der Sache zwei Dinge gelernt, ließ er die Richterin wissen: "Erstens, dass i so was (die Schusswaffe, Anm.) nimmer rausnimm'. Zweitens is' es das ärgste Glumpert, das es gibt."
Der 63-Jährige weist zwölf Vorstrafen auf und dürfte, wie er in der Verhandlung durchblicken ließ, eine bewegte kriminelle Vergangenheit hinter sich haben. Die Pistole hatte er zumindest seit Dezember 2022 besessen. Nach Rücksprache mit seinem Verteidiger nahm der Mann die Strafe an. Die Staatsanwältin war damit ebenfalls einverstanden.
Zusammenfassung
- Ein 63-jähriger Mann wurde nach einem Schussunfall in seiner Wiener Wohnung wegen illegalen Waffenbesitzes zu fünf Monaten bedingter Haft verurteilt.
- Der Angeklagte, der zwölf Vorstrafen und ein aufrechtes Waffenverbot hatte, überlebte nach über einem Monat Spitalsaufenthalt und zeigte sich vor Gericht geständig.
