Prozess gegen Wiener Fußballer nach K.o.-Tritt

15. Sept. 2022 · Lesedauer 2 min

Eine tätliche Auseinandersetzung während eines Fußballmatches zwischen zwei Wiener Unterliga-Vereinen hat am kommenden Mittwoch für einen mittlerweile 19-jährigen Kicker strafrechtliche Folgen. Er muss sich wegen schwerer Körperverletzung am Landesgericht verantworten, weil er am 3. April 2022 einem Gegenspieler einen Kopfstoß und anschließend Fußtritte gegen den Kopf versetzt haben soll.

Der um neun Jahre ältere Kicker brach bewusstlos zusammen und musste mit einem Rettungshubschrauber in ein Spital gebracht werden. Dem der APA vorliegenden Strafantrag zufolge erlitt er eine schwere Gehirnerschütterung mit intubationspflichtigem Bewusstseinsverlust, Schürfungen im Gesicht und eine geringe motorische Schädigung des Speichennervs. Der 28-Jährige - von Beruf Justizwachebeamter - hat seit dem gewalttätigen Aufeinandertreffen kein Fußballmatch mehr bestritten. Der 19-Jährige hat dagegen im Juli den Verein gewechselt.

Die gewalttätigen Szenen spielten sich bei einem Match der 1. Klasse A in Wien-Favoriten ab. Zuerst kassierte der 28-Jährige vom jüngeren Gegenspieler, dessen Mannschaft zu diesem Zeitpunkt mit 0:2 zurücklag, einen Headbutt, worauf der Angegriffene zurückschlug. Die Folge war eine Rauferei, während der der als Zuschauer anwesende jüngere Bruder des 19-Jährigen aufs Feld stürmte und ebenfalls auf den 28-Jährigen losging. Ins K.o. befördert wurde dieser dann allerdings laut Strafantrag vom 19-Jährigen, indem ihm der gegnerische Kicker mit den Fußballschuhen wuchtig ins Gesicht trat.

Der Schwerverletzte musste im Spital in den künstlichen Tiefschlaf versetzt werden. Zwei Tage wurde er stationär behandelt, dann in häusliche Pflege entlassen. Seinen Angaben zufolge hatte der kickende Justizwachebeamte bis Mitte Mai starke Schmerzen und leidet bis heute an dem Folgen der Tätlichkeiten.

Der 19-Jährige war - wie sich im Zuge der Ermittlungen herausstellte - erst im Februar 2020 vom Landesgericht zu einer bedingten Freiheitsstrafe verurteilt worden. Die Staatsanwaltschaft hat bereits den Widerruf der zur Bewährung ausgesetzten Strafe beantragt, was bedeutet, dass der Fußballer im Fall seiner neuerlichen Verurteilung mit Gefängnis rechnen muss.

Die Staatsanwaltschaft hatte auch gegen den Bruder des 19-Jährigen ermittelt. Wie der Wiener Rechtsanwalt Nikolaus Rast, der den verletzten Kicker vertritt, der APA mitteilte, wurde dessen Verfahren diversionell erledigt.

Quelle: Agenturen