Protestaktion: Russinnen zerschneiden Chanel-Taschen

07. Apr. 2022 · Lesedauer 2 min

Auf Social Media zerschneiden Russinnen aus Protest ihre Chanel-Taschen. Zuvor hatte das Unternehmen versucht zu verhindern, dass im Ausland gekaufte Waren nach Russland transportiert werden.

"Ich habe noch nie eine Marke gesehen, die sich ihren Kunden gegenüber so respektlos verhält wie Chanel", schreibt die russische Influencerin Victoria Bonya auf Instagram. In ihrem Posting sieht man die junge Frau, wie sie mit einer Schere ihre Luxushandtasche von Chanel zerschneidet. Zum Vergleich: Die klassische Maxi-Handtasche kostet durchschnittlich über 9.000 Euro in einer Chanel-Boutique.

Auch die russische Moderatorin und Schauspielerin Marina Ermoshkina zerstört ihre Chanel-Tasche mit einer Gartenschere. "Chanel ist nur ein Accessoire", schreibt die Russin in die Videobeschreibung. Sie sei gegen Russophobie und "keine Tasche, kein Ding ist meine Liebe für mein Heimatland wert", so Ermoshika.

Protestaktion gegen Sanktionen

Die Russinnen wollen mit dieser Aktion gegen die Sanktionen der französischen Modemarke gegen Russland protestieren. Bereits seit Anfang März sind die Läden von Luxusmarken, wie etwa Louis Vuitton, Hermès und Chanel in Russland geschlossen. Die Maßnahme ist eine Reaktion auf den Krieg in der Ukraine. Nun sorgt Chanel für Aufsehen, weil es zusätzlich keine Waren an russische Staatsbürger verkaufen wolle, die versuchen würden die Einkäufe nach Russland zu transportieren. "Beim Einkaufen bei Chanel wurden die Russen aufgefordert, ein demütigendes Papier zu unterschreiben, in dem sie erklärten, dass sie die Kleidung der Marke in Russland niemals tragen würden", schreibt Ermoshika dazu auf Instagram.

"Verfahren besser gestalten"

Das Unternehmen, das 17 Geschäfte und etwa 370 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in Russland hat, verteidigte sein Handeln mit der direkten Umsetzung der Handelssanktionen der EU. "Wir haben begonnen, Kundinnen und Kunden um ihren Hauptwohnsitz zu fragen, um zu bestätigen, dass gekaufte Produkte nicht nach Russland transportiert werden", zitiert "Die Presse" ein Statement von Chanel. Das Unternehmen verstehe, dass ein Teil der Kundschaft enttäuscht sei und wolle "das Verfahren besser" ausgestalten, äußert sich Chanel zur Kritik im Magazin "Insider".

Angela PerkonigQuelle: Redaktion / pea