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Prinz Andrew hat bezahlt: Missbrauchs-Verfahren eingestellt

08. März 2022 · Lesedauer 2 min

Queen Elizabeths Sohn Prinz Andrew hat Virginia Giuffre, die ihn wegen sexuellen Missbrauchs klagte, bezahlte. Damit ist das Zivilverfahren offiziell vom Gericht in New York abgewiesen worden.

Ein Bundesrichter unterzeichnete am Dienstag eine "Vereinbarung über die Einstellung des Verfahrens" zwischen dem zweiten Sohn der englischen Königin Elisabeth II. und Virginia Giuffre, damit ist ein Prozess in den USA vom Tisch. 

Die beiden Parteien hatten sich vergangenen Monat auf eine Summe geeinigt, um Prinz Andrew die Peinlichkeit eines öffentlichen Gerichtsverfahrens zu ersparen. Die inzwischen 38-Jährige hatte den Prinzen beschuldigt, sie im Alter von 17 Jahren sexuell missbraucht zu haben. Für den Ruf des Prinzen macht das keinen großen Unterschied, der ist zerstört. 

Verstrickungen mit Sexualstraftäter Epstein

Giuffre hatte den Prinzen laut eigenen Angaben durch den US-Milliardär und Sexualstraftäter Jeffrey Epstein kennengelernt, der Verbindungen zu zahlreichen Größen aus Politik und Gesellschaft wie dem früheren US-Präsidenten Bill Clinton und Donald Trump sowie Microsoft-Gründer Bill Gates unterhielt. Epstein wurde 2019 tot in seiner Gefängniszelle in den USA gefunden, nach offiziellen Angaben nahm er sich das Leben.

Spekulationen über 12 Millionen Pfund

Der heute 61-jährige Prinz wurde indessen nie strafrechtlich belangt und hatte die Vorwürfe stets bestritten. Die Zeitung "Daily Telegraph" berichtete, dass Andrew zehn Millionen Pfund (zwölf Millionen Euro) an Giuffre und zwei Millionen Pfund an eine Wohltätigkeitsorganisation für Opfer von Sexhandel zahlen sollte, um den Rechtsstreit beizulegen.

Im Jänner hatte das britische Königshaus Andrew seine militärischen Ehrentitel sowie seine verbleibenden karitativen Funktionen entzogen. Nach einem missglückten TV-Interview 2019 hatte sich Andrew aus dem öffentlichen Leben zurückgezogen.

Quelle: Agenturen / Redaktion / lam