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Personalmangel bei den Wiener Öffis: Geduldsprobe für Fahrgäste

13. Dez. 2022 · Lesedauer 3 min

Personalmangel und verschiedene äußere Umstände sorgen zur Zeit bei den Straßenbahnen in Wien für teils große Verspätungen.

Außerdem ist die Wiedner Hauptstraße von Dienstag bis voraussichtlich Mittwochabend im Bereich Karlsplatz wegen Gleisbauarbeiten für den Verkehr gesperrt, berichteten die Wiener Linien. Auf Ausweichrouten wie Favoritenstraße, Rechten Wienzeile, Prinz-Eugen-Straße sowie rund um Karlsplatz und Schwarzenbergplatz sorgte die Sperre laut ÖAMTC für Staus.

Schienenbrüche entdeckt

Im Zuge der Prüfung und Instandhaltung des Wiener Straßenbahnnetzes wurden einige Schienenbrüche festgestellt, die eine umgehende Reparatur erfordern. Unabhängig von dieser Sperre kommt es derzeit im weltweit sechstgrößten Straßenbahnnetz zu teilweise deutlich verlängerten Intervallen. Bei rund 214.000 täglich zurückgelegten Kilometern und zwei Millionen Fahrgästen jeden Tag gäbe es vielfältige Gründe für Verspätungen. Andrea Zefferer, Pressesprecherin der Wiener Linien, zufolge liege dies einerseits an vorübergehenden Personalengpässen, aber auch Blaulichteinsätze sowie Unfälle, Falschparker oder defekte Garnituren würden die Straßenbahnen häufig an der Weiterfahrt hindern. Nicht zuletzt blieben auch die Wiener Linien nicht von den alljährlichen Grippe- und Erkältungswellen und der Corona-Pandemie verschont, was zu weiteren Ausfällen führe.

"Die Auswirkungen des Arbeitskräftemangels - die wir wie viele andere Branchen derzeit zu spüren bekommen - merkt man bei uns leider direkt an der Haltestelle. Jeder Fahrgast, der deshalb länger warten muss, ist einer zu viel. Dafür möchte ich mich entschuldigen", konstatierte Alexandra Reinagl, Geschäftsführerin der Wiener Linien. Es seien dieses Jahr zwar 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Pension gegangen, im Gegenzug wären dafür 900 Personen in verschiedenen Bereichen neu eingestellt worden.

Neue Lehrwerkstätte um Fachkräftemangel entgegenzuwirken

Um dem vielseits beklagten Fachkräftemangel entgegenzuwirken, habe das Verkehrsunternehmen eine neue Lehrwerkstätte errichtet, die Ausbildungsplätze verdoppelt und die Lehrmöglichkeiten ausgebaut. Jeden Monat startet zudem ein neuer Lehrgang für Straßenbahnfahrerinnen und -fahrer, sogar bezahlte Lernstunden sowie Deutschkurse werden angeboten. "Wir setzen daher viele Maßnahmen, damit wir unsere Fahrgäste bald wieder in gewohnter Verlässlichkeit durch die Stadt bringen", stellt Reinagl fest.

Der ÖAMTC empfiehlt Weihnachtseinkäufern, die Einfallstraßen Favoritenstraße, die Rechte Wienzeile, die Prinz-Eugen-Straße sowie die Straßen rund um den Karlsplatz und den Schwarzenbergplatz zu meiden, da diese schon jetzt stark überlastet seien. Die Wiedner Hauptstraße bleibt bis Mittwochabend sowohl für den öffentlichen- als auch für Individualverkehr gesperrt.

Betroffene Linien der Sperre

Von der Sperre betroffen sind die Linien 1, 62 und die Badner Bahn. Die Linie 1 verkehrt aktuell nur zwischen Prater Hauptallee und Karlsplatz. Die Linie 62 übernimmt die Strecke der Linie 1 ab Matzleinsdorfer Platz und fährt zwischen Lainz/Wolkersbergenstraße bis Stefan-Fadinger-Platz. Die Badner Bahn fährt während der Bauarbeiten nicht bis in die Innenstadt, sondern nur zwischen Baden Josefsplatz und Wien Aßmayergasse (Bahnhof Meidling). Die Wiener Linien empfehlen, auf die Linien U1, 6, 18, 13A und 59A auszuweichen. Für mobilitätseingeschränkte Personen steht ein Bus zur Verfügung, der telefonisch bestellt werden kann.

Quelle: Agenturen / Redaktion / poz