APA - Austria Presse Agentur

Biontech-Gründer Sahin: Corona-Impfung schützt vor Ansteckung

27. Feb 2021 · Lesedauer 2 min

Der Mitbegründer von Biontech Ugur Sahin sagt mit Verweis auf eine Studie aus Israel, dass der Impfstoff sowohl Geimpfte als auch andere vor Übertragung des Virus schützt.

Der Corona-Impfstoff der Unternehmen Biontech und Pfizer schützt mit einer hohen Wirksamkeit gegen Covid-19-Erkrankungen sowie vor Infektionen mit dem Coronavirus. Eine in Israel durchgeführte Studie zeigt, dass der Wirkstoff nach der zweiten Impfdosis das Risiko für eine Covid-19-Erkrankung mit Symptomen um 94 Prozent reduziert hat. Biontech-Mitbegründer Ugur Sahin bestätigte das Ergebnis am Samstag gegenüber der "Bild"-Zeitung.

"Die Zahl der Menschen, bei denen der Corona-PCR-Test positiv ausfällt und die somit potenziell ansteckend sind, geht nach der Impfung um 92 Prozent zurück", sagte Sahin, woraufhin die Zeitung ihn zum "Impfhelden" erklärte.

1,2 Millionen Studienteilnehmer

Diese Woche veröffentlichten Wissenschaftler eine neue Studie im "New England Journal of Medicine". Sie beruht auf Daten von 1,2 Millionen Menschen in Israel, von denen die Hälfte geimpft wurde und wurde vom 20. Dezember bist zum 1. Februar durchgeführt.

Demnach senkte der Wirkstoff nach der zweiten Impfdosis das Risiko für eine Covid-19-Erkrankung mit Symptomen um 94 Prozent. Die neue Studie bestätigt die Wirksamkeit nun bei einer größeren Teilnehmerzahl und in allen untersuchten Altersgruppen (ab 16 Jahren). Im Rahmen von klinischen Studien vor der Zulassung lag dieser Wert bei rund 95 Prozent.

Wirksamkeit gegen Mutationen

Zum Untersuchungszeitpunkt habe sich in Israel zunehmend die britische Variante B.1.1.7 des Coronavirus ausgebreitet, auf bis zu 80 Prozent der Fälle bei Abschluss der Datenerhebung. Die Autorinnen und Autoren schließen daraus eine hohe Wirksamkeit gegen diese Mutante, genaue Werte seien jedoch nicht erhoben worden.

Sahin für 3. "Booster"-Impfung

Sahin kann sich im Kampf gegen Coronavirus-Variationen auch vorstellen eine dritte Dosis des Impfstoffes zu verimpfen: "Wenn kritische Varianten auftauchen, könnte eine simple Strategie das Verabreichen einer dritten Dosis des aktuellen Impfstoffs sein. Eine solche Booster-Impfung könnte einen so starken Immunschutz hervorrufen, dass auch die Varianten nicht mehr durchkommen." Regelmäßige-Impfauffrischungen - "vielleicht alle ein bis anderthalb Jahre" - werden Sahins Ansicht nach notwendig werden.

Hier stellt sich auch die Frage der Impfstoffproduktion. Hier warnt Sahin: "Bei der Produktion leben wir gerade von der Hand in den Mund, es dürfen jetzt keine Probleme auftreten." Derzeit laufe "zum Glück alles rund".

Quelle: Redaktion / apb