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Pablo Escobars "Kokain-Hippos" von US-Gericht als juristische Personen anerkannt

22. Okt 2021 · Lesedauer 2 min

Drogenbaron Pablo Escobar hatte einst einen Privatzoo in Kolumbien. Seitdem haben sich seine Nilpferde so stark vermehrt, dass sie zu einem Problem geworden sind. US-Tierschützer wollen einen diskutierten Abschuss durch einen rechtlichen Winkelzug verhindern.

Erstmals wurden Tiere von einem US-Gericht als juristische Personen anerkannt. Es handelt sich dabei um die Nachfahren der Nilpferde des verstorbenen kolumbianischen Drogenbarons Pablo Escobar - oft als "Kokain-Hippos" bezeichnet.

Eingesetzt für diese Entscheidung hat sich die US-Tierschutzorganisation Animal Legal Defense Fund (ALDF). Nach dem Urteil eines Bezirksgerichts im Bundesstaat Ohio sagte Christopher Berry von ALDF erfreut: Das Urteil "wird den Flusspferden in ihrem Prozess helfen, nicht zu sterben".

100 Flusspferde in Kolumbien

In Kolumbien leben mittlerweile rund 100 Nilpferde, die von einem Paar abstammen, das Escobar in seinem Privatzoo gehalten hatte. Es ist die wohl größte Nilpferd-Population außerhalb Afrikas. Nach Escobars Tod im Jahr 1993 wurden fast alle Tiere des Zoos - darunter auch Giraffen und Zebras - verkauft. Nur die Nilpferde blieben, bespaßten die Touristen und vermehrten sich vor allem.

Mittlerweile sorgen die Nachfahren der "Kokain-Hippos" für immer mehr Probleme. Sie schaden dem Ökosystem der Region, auch von Angriffen auf Menschen wurde immer wieder berichtet. Nachdem die Sterilisierung der Tiere aufgrund hoher Kosten nur langsam voranschreitet, werden die Tötung der gesamten Herde diskutiert.

Hippos werden "interessierte Personen"

Um dies zu verhindern, schritt die ALDF ein. Sie setzt sich dafür ein, dass zwei Experten für die Sterilisierung von Wildtieren in einem entsprechenden Verfahren in Kolumbien als Zeugen aussagen, um die Tiere vor dem Abschuss zu bewahren.

Die Organisation brachte deshalb ihr Begehren bei einem Gericht in Ohio ein. Denn nach US-Gesetz ist es möglich, dass US-Gerichte Aussagen aufnehmen können, um "interessierte Personen" in einem ausländischen Rechtsstreit zu unterstützen.

Dieser Status wurde den Tieren nun von dem Gericht zugesprochen. Die Tiere – oder deren gesetzliche Vertreter – können somit die Unterstützung der Experten vor einem US-Gericht beantragen. "Im weiteren Sinne ist dies das erste konkrete Beispiel dafür, dass ein US-Gericht Tieren erlaubt, ein Recht im eigenen Namen auszuüben", sagte Berry.

Quelle: Redaktion / apb