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Osttiroler SOS-Kinderdorfleiter wieder im Dienst

Heute, 18:43 · Lesedauer 2 min

Der Leiter des SOS-Kinderdorfs im Osttiroler Nußdorf-Debant darf nach "schwerwiegenden Vorwürfen", die Anfang des Jahres im Zuge der Missbrauchscausa rund um die Organisation bekannt geworden waren, wieder in den Dienst zurückkehren. Nach einer Sonderuntersuchung sei seine Dienstfreistellung wieder aufgehoben worden, teilte SOS Kinderdorf am Montag mit. Zwei Personen hatten Vorwürfe erhoben bezüglich einer Zeit, als der Mann noch nicht Kinderdorf-Leiter war.

Laut der Organisation sei geprüft worden, ob ein strafrechtlich relevanter Sachverhalt oder eine Kindeswohlgefährdung durch die Standortleitung vorliege. "Beide Sachverhalte konnten auf Basis der Voruntersuchung und der vorliegenden Informationen nicht bestätigt werden", hieß es in der Stellungnahme. Die generelle Aufarbeitung war noch nicht abgeschlossen, diese werde "die Geschichte des Standorts im zeitlichen Verlauf betrachten."

Im Jänner hatte es geheißen, dass es sich bei den Vorwürfen um die damalige berufliche Tätigkeit des nunmehrigen Leiters in den 1990er- und 2000er-Jahren drehe. Die betroffenen Personen seien mittlerweile erwachsen und nicht mehr in Betreuung. Während der Aufarbeitung wurde eine interimistische Leitung eingesetzt.

In der Osttiroler Gemeinde ist das zweitälteste SOS-Kinderdorf beheimatet. Auch hier hatten sich im vergangenen Jahr zwei Frauen gemeldet, die in den 1990er-Jahren dort ihre Kindheit verbrachten und von gewalttätigen Übergriffen berichteten.

Zusammenfassung
  • Der Leiter des SOS-Kinderdorfs im osttiroler Nußdorf-Debant kehrt nach einer Dienstfreistellung wegen schwerwiegender Vorwürfe, die Anfang des Jahres erhoben wurden, wieder in den Dienst zurück.
  • Eine Sonderuntersuchung konnte weder einen strafrechtlich relevanten Sachverhalt noch eine Kindeswohlgefährdung durch die Standortleitung bestätigen, weshalb die Freistellung aufgehoben wurde.
  • Die generelle Aufarbeitung der Missbrauchsvorwürfe, die sich auf die 1990er- und 2000er-Jahre und auf insgesamt zwei betroffene Personen beziehen, ist noch nicht abgeschlossen.