APA - Austria Presse Agentur

OÖ: 352 OPs in neun Tagen abgesagt

12. Nov 2021 · Lesedauer 2 min

In neun Tagen mussten in Oberösterreich bereits 352 Operationen abgesagt werden. Mit 89 Corona-Intensivbetten befinde sich das Bundesland bereits im systemkritischen Bereich der Auslastung.

Die Lage auf den Intensivstationen in Oberösterreich spitzt sich weiter zu. Bereits Anfang November (1.11. bis 9.11) sollen laut "Standard" 30 Prozent der Operationen in Oberösterreich abgesagt worden sein. Das entspreche 352 Operationen.

"Akut- und Notfälle werden weiter versorgt", hieß es von Seiten der oberösterreichischen Gesundheitsholding. Andere Operationen, darunter auch die Schwerkranker, müsse man derzeit verschieben. In Vöcklabruck müsse derzeit schon die Hälfte der Operationen verschoben werden, berichtet Christian Dopler, leitender Intensivmediziner in Vöcklabruck, im PULS 24 Interview.

Christian Dopler, leitender Intensivmediziner in Vöcklabruck, spricht mit PULS 24 über die Auslastung der Intensivstation.

In den Spitälern müsse ab kommender Woche die nächste Stufe im Corona-Stufenplan aktiviert werden, wie eine Sprecherin der Gesundheitsholding gegenüber dem "Standard" sagte. Mit Stand Donnerstag, 11.11.2021, habe man 89 Intensivbetten für Covid-Patienten gebraucht. Damit habe das Bundesland die systemkritische Schwelle von 33 Prozent bereits übersprungen. Das Covid-Konsortium rechnet bereits mit einem Anstieg auf 150 Corona-Intensivpatienten in den nächsten Wochen.

Noch keine Triage

Insgesamt stünden im Bundesland 250 Intensivbetten zur Verfügung. "Die Aufstockung auf 333 ist im Notfall möglich, stellt dann aber das absolute Maximum dar", sagt die Gesundheitsholding. Diese 83 Betten seien aber nur Notfallbetten, da sie prinzipiell nicht als Intensivbetten vorgesehen seien. Dennoch benötige man zusätzliches Personal, um diese Betten zu betreuen. Den Prognosen folgend würde bereits in der kommenden Woche eine Auslastung von 50 Prozent der aktuell genutzten Betten erreicht werden.

PULS 24 hat sich im Klinikum Wels/Grieskirchen umgehört. Dort berichten Ärzte und Pfleger über die schwierigen Bedingungen.

Im Salzkammergut (Vöcklabruck, Gmunden und Bad Ischl) seien 96 Prozent der Betten belegt, in Wels sollen es 88 Prozent sein, heißt es im Bericht. In Linz läge die Auslastung bereits bei 84 Prozent. Am geringsten ist diese im Innviertel mit 73 Prozent.

Zu einer sogenannten Triage-Situation sei es noch nicht gekommen. Wie Ärzte berichten drohe diese allerdings aufgrund der hohen Auslastung. In Vöcklabruck würden schon "die letzten Bettenreserven mobilisiert", sagt Dopler gegenüber PULS 24.

Angela PerkonigQuelle: Redaktion / pea