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Omikron-Untervariante treibt Fallzahlen in USA in die Höhe

18. Mai 2022 · Lesedauer 2 min

In den USA schnellen die Corona-Fallzahlen angesichts der Ausbreitung einer Omikron-Untervariante wieder deutlich in die Höhe. Nach Berechnungen der Nachrichtenagentur Reuters stiegen die Infektionen am Dienstag um mindestens 77.209 auf insgesamt 82,77 Millionen. Die Zahl der Todesfälle erhöhte sich binnen eines Tages um mindestens 264 auf mehr als eine Million.

Die US-Gesundheitsbehörde CDC schätzt, dass etwa die Hälfte der Infektionen in der vergangenen Woche von der Unterlinie BA.2.12.1 der Omikron-Variante stammen, die seit Mitte April auf dem Vormarsch ist und bereits in weiten Teilen der Ostküste dominiert. "Das Virus befällt zunehmend Menschen, die wesentlich älter und gebrechlicher sind, Grunderkrankungen haben oder deutlich immungeschwächt sind", sagte William Schaffner, Experte für Infektionskrankheiten am Vanderbilt University Medical Center in Nashville. "Aber wir haben jetzt bessere Behandlungsmöglichkeiten, und viele dieser Menschen werden das Krankenhaus vertikal statt horizontal verlassen."

Der Einsatz des Covid-Medikaments Paxlovid von Pfizer, das Hochrisikopatienten vor einem schweren Verlauf schützen soll, sprang in den vergangenen vier Wochen um 315 Prozent in die Höhe. Laut einer Reuters-Zählung gibt es in den USA durchschnittlich fast 97.000 neue Fälle pro Tag - vor einer Woche waren es noch 73.000. Seit dem jüngsten Tiefstand von 30.000 Neuinfektionen pro Tag Ende März ist die Zahl der Fälle wieder allmählich gestiegen.

New York setzte die Corona-Warnstufe am Dienstag wieder auf "hoch". Dort rät die Gesundheitsbehörde inzwischen dringend dazu, in öffentlichen Gebäuden und überfüllten Räumen Masken zu tragen, wenn man älter als 65 Jahre ist und ein hohes Risiko bei einer Infektion hat. Unternehmen wie der iPhone-Hersteller Apple legen unterdessen ihre Pläne aufs Eis, ihre Mitarbeiter wieder in die Büros zu holen. Laut einem Bloomberg-Bericht verschiebt Apple seinen Plan auf unbestimmte Zeit, wonach Mitarbeiter wieder drei Tage im Büro arbeiten müssen.

Nach Einschätzung von Schaffner stehen die Gesundheitsbehörden vor der Herausforderung, die Öffentlichkeit davon zu überzeugen, dass Booster-Impfungen sinnvoll sind. "Wir müssen weiter impfen, denn es hat den Anschein, dass der Schutz vor schweren Krankheiten im Laufe der Monate mehr oder weniger nachlässt", sagte er. Die US-Arzneimittelbehörde FDA gab am Dienstag grünes Licht für eine Auffrischimpfung mit dem Vakzin von BioNTech/Pfizer für Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren. Die Regierung verschickte zudem rund 360 Millionen Corona-Tests an Haushalte im ganzen Land.

Quelle: Agenturen