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Österreich auf UNO-Artenschutzkonferenz für mutiges Ergebnis

17. Dez. 2022 · Lesedauer 2 min

Auf der UNO-Artenschutzkonferenz (CBD COP15) in Montreal in Kanada hat eine "High Ambition Coalition for Nature and People" aus 116 Staaten, darunter Österreich, am Freitag (Ortszeit) alle Teilnehmerländer zu einem "mutigen" Ergebnis aufgefordert. Die Koalition machte sich besonders für die Umsetzung des 30-Prozent Schutzziels stark. Dieses sieht vor, dass bis 2030 weltweit 30 Prozent der Meeres- und Landesfläche unter Schutz gestellt werden, berichtete das Umweltministerium.

"Jetzt geht es darum, entschlossen zu verhandeln - und ein gutes Ergebnis festzuzurren", teilte Klimaschutzministerin Leonore Gewessler (Grüne) am Samstag in einem der APA übermittelten Statement mit. "Wir sind bereit, unseren Beitrag zu leisten - alle anderen müssen das aber auch tun", forderte Gewessler, die Österreich in Montreal vertritt. Am Rande der Konferenz traf sie am Freitagabend auch ihren ukrainischen Amtskollegen Ruslan Strilets. Dabei sicherte sie ihm in dem russischen Angriffskrieg, der schreckliche Folgen für das ukrainische Volk, aber auch auf die Umwelt habe, "die konsequente Unterstützung Österreichs" zu.

Die Weltbiodiversitätskonferenz endet am Montag. Offenen Punkte waren laut Klimaschutzministerium weiterhin die Einigung auf wirksame, globale Ziele zum Schutz der Artenvielfalt und ein Kompromiss bei der Finanzierung und Umsetzung der dafür notwendigen Maßnahmen. Annäherung gab es demnach beim Thema der digitalen Sequenzinformation, also der Geninformationen und dem Bauplan der Natur. Hier arbeiten die Staaten an einem Fahrplan für gemeinsame Regeln.

Unterdessen kritisierte die Umweltschutzorganisation WWF die Säumigkeit Österreichs in Sachen Schutzgebieten im eigenen Land. "Während die Staatengemeinschaft darum ringt, 30 Prozent der Land- und Meeresfläche unter Schutz zu stellen, scheitert Österreich noch immer an der Umsetzung des europäischen Schutzgebiets-Netzwerks Natura 2000", hieß es in einer Aussendung. "Wegen der mangelhaften Grundlagen wurden unzählige Infrastrukturprojekte in Natura-2000-Gebieten von vornherein falsch bewertet", kritisierte WWF-Gewässerschutzexperte Gerhard Egger.

Der WWF Österreich forderte daher einen Stopp von Bauprojekten in Natura-2000-Gebieten. Das betreffe vor allem Wasserkraftprojekte, wie zum Beispiel an Kamp und Ybbs in Niederösterreich oder das Einzugsgebiet der Osttiroler Isel. Die EU-Kommission habe im September ein Vertragsverletzungsverfahren eingeleitet. Österreich bleibe noch bis Ende Jänner Zeit, um darauf zu reagieren.

Quelle: Agenturen