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Nur drei Fertig-Gnocchi aus dem Kühlregal einwandfrei

Heute, 09:18 · Lesedauer 2 min

Erdäpfel-Gnocchi schmecken fein, sie selber herzustellen kostet jedoch durchaus Zeit. Daher sind sie mittlerweile fix-fertig in den Kühlregalen aller Supermarktketten zu finden. Die Arbeiterkammer (AK) Oberösterreich hat zwölf Produkte, darunter zwei Bio-Produkte, auf Pestizidrückstände und Schimmelpilzgifte untersucht. Die wenig erfreuliche Nachricht: Nur drei waren frei von nachweisbaren Schadstoffen, teilten die Konsumentenschützer am Mittwoch mit.

In der Hälfte der analysierten Proben wurden Pestizidrückstände gefunden, wenngleich die Rückstände deutlich unter den gesetzlich festgelegten Höchstwerten lagen. Auch das Schimmelpilzgift Deoxynivalenol (DON) wurde in drei Produkten nachgewiesen, ebenfalls in Konzentrationen weit unterhalb des geltenden Grenzwerts, fasste die AK das Analyseergebnis zusammen.

In vier Proben konnte noch Chlorat nachgewiesen werden, in drei Produkten davon nur im Spurenbereich. Chlorat gelange üblicherweise nicht durch Pflanzenschutzmittel in Lebensmittel, sondern entsteht als Nebenprodukt bei der Verwendung chlorhaltiger Desinfektionsmittel oder von Waschwasser im Produktionsprozess, so die AK. Beim vierten Produkt, dem günstigsten, betrug die gemessene Konzentration 0,40 Milligramm pro Kilogramm. Da Gnocchi großteils aus Kartoffeln bestehen, entspricht jener Wert, umgerechnet auf den Kartoffelanteil, einer Belastung, die rund 13 Mal über dem zulässigen Höchstwert für frische Kartoffeln liegt.

Das Resümee der Tester: Für Konsumentinnen und Konsumenten stelle ein gelegentlicher Verzehr von Fertig-Gnocchi aus dem Kühlregal nach aktuellem Wissensstand kein unmittelbares Gesundheitsrisiko dar. Bei regelmäßigem Konsum kann jedoch das tolerierbare tägliche Aufnahmelimit erreicht werden, insbesondere bei Kindern.

(S E R V I C E - Der AK-Test ist unter https://ooe.arbeiterkammer.at abrufbar)

Zusammenfassung
  • Nur drei von zwölf getesteten Fertig-Gnocchi aus dem Kühlregal waren laut Arbeiterkammer Oberösterreich frei von nachweisbaren Schadstoffen.
  • In der Hälfte der Proben wurden Pestizidrückstände und in drei Produkten das Schimmelpilzgift DON gefunden, jedoch jeweils deutlich unterhalb der gesetzlichen Grenzwerte.
  • Beim billigsten Produkt lag der Chloratwert mit 0,40 mg/kg, umgerechnet auf den Kartoffelanteil, rund 13 Mal über dem zulässigen Höchstwert für frische Kartoffeln.