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Sicherheit im Linzer Bahnhofsviertel im Fokus

02. Apr. 2022 · Lesedauer 3 min

Nach der mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung in Linz rückt das Bahnhofsviertel in den Fokus. Immer wieder kam es dort in der Vergangenheit zu schweren Zwischenfällen. Im und um den Bahnhof hat sich die Sicherheitslage dank einer höheren Polizei- und Security-Präsenz in den vergangenen Jahren aber deutlich verbessert. Landespolizeidirektor Andreas Pilsl warnt daher davor, von dem Verbrechen am Mittwoch Rückschlüsse auf das gesamte Viertel zu ziehen.

Der aktuelle Vergewaltigungsfall ruft Erinnerungen an einen Kriminalfall 2019 - ebenfalls im Umfeld des Bahnhofs - wach: Ein 29-jähriger Linzer gab sich einer jungen Frau gegenüber als Polizist aus und vergewaltigte sie bei einer "Drogen-Kontrolle". Gleich nach der Tat soll er zumindest zwei weitere junge Frauen - eine war erst 15 Jahre alt - mit der gleichen Masche angesprochen, sich aber eine Abfuhr geholt haben. Der Mann mit einschlägiger Vorgeschichte fasste schließlich zwölf Jahre Haft und eine Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher aus.

Anfang 2021 wurde ein 52-Jähriger wegen versuchter Vergewaltigung im nahe gelegenen Bergschlössl-Park schuldig gesprochen und ebenfalls in eine Anstalt eingewiesen. Das Spezielle an dem Fall: Der Tscheche hatte die Tat gestanden, das Opfer wurde aber nicht ausgeforscht. Ende Februar wurde im Bahnhofsviertel ein 64-Jähriger von einem Unbekannten niedergestochen, der ihn zuvor um Zigaretten angeschnorrt hatte. Und erst am Freitagabend wurde ein Ehepaar am Bahnhof von einem Zwölfjährigen mit einem Messer bedroht.

Nachdem es am Linzer Bahnhof immer wieder zu Zwischenfällen gekommen war, wurde in den vergangenen Jahren die Polizeipräsenz - und jene von Securitypersonal - deutlich verstärkt, auch um das subjektive Sicherheitsgefühl der Bevölkerung zu heben. Und das zeigte Wirkung, wie man bei der Exekutive immer wieder betont. Tatsächlich ist am Hauptbahnhof praktisch immer ein Polizist oder Securitymitarbeiter zu sehen. Dass sich dennoch einige spektakuläre Fälle dort zugetragen haben, führt Pilsl eher darauf zurück, dass es ein recht belebtes Viertel "mit viel Bewegung" ist. Man sei aber regelmäßig mit der Bereitschaftseinheit da, zudem gebe es eine eigene Polizeiinspektion und die Fremdenpolizei sei an Ort und Stelle, erklärte Pilsl. Zuletzt habe man die Präsenz noch einmal verstärkt.

Am Bahnhof kommen nämlich derzeit laufend ukrainische Vertriebene, darunter viele Frauen und Kinder, an. Die Polizei sorgt für deren Registrierung und im ehemaligen Postverteilzentrum neben dem Hauptbahnhof ist momentan ein Transitquartier untergebracht. Alleine aus dieser Gemengelage ergibt sich, dass die Polizei noch sichtbarer ist als sonst. Im Umfeld dieses Gebäudes, das bereits nach der Flüchtlingswelle 2015 ein Transitquartier war, soll sich die aktuelle Tat abgespielt haben, aber in keinem Zusammenhang mit der Flüchtlingsunterkunft stehen.

Quelle: Agenturen