APA/FLORIAN WIESER

Nova Rock: Heimlicher Headliner Maneskin räumte ab

10. Juni 2022 · Lesedauer 3 min

Sie kamen zum Nova Rock, legten einen perfekten Auftritt hin und räumten ab: Maneskin waren am Freitag der heimliche Headliner auf den Pannonia Fields.

 Das italienische Quartett, das sich im vergangenen Jahr einen Namen mit dem Sieg beim Song Contest gemacht hatte, bewies eindrucksvoll, dass es keine Eintagsfliege ist, sondern das Zeug zu etwas ganz Großem hat. "Es geht darum, Spaß zu haben und die Energie mit dem Publikum zu teilen", sagte Sänger Damiano David zur APA.

Und sie hielten Wort: Den Durchbruchshit "Zitti E Buoni" feuerten Maneskin gleich als Opener ab. Man hat ja genug andere Gassenhauer im Köcher: Ob die Musiker mit "Gasoline" über den Laufsteg tanzten (Textzeile: "We're gonna dance with Gasoline") oder auf diesem nebeneinander - fallweise übereinander - zu "I Wanna Be Your Slave" mächtige Rhythmen und Gitarrenlicks über das Gelände schleuderten, es war das perfekte Rockkonzert mit Glam, Härte und Verve.

"I don't give a fuck"

Großartig, wie man zwischendurch den Soul-Klassiker "Beggin'" coverte, sich Britney Spears "Womanizer" zu eigen machte und "den Meister" (David) Iggy Pop würdigte ("I Wanna Be Your Dog"). Hat da jemand gemeint, Maneskin seinen eine Coverband? "I don't give a fuck", schrie David seine Meinung dazu ins voll gefüllte Areal vor der Blue Stage.

David ist ein Rockstar, kein Zweifel. Der Sänger animiert das Publikum, hat Charisma und eine große Stimme. Die Rhythmusmaschine mit Bassistin Victoria De Angelis und Drummer Ethan Torchio könnte nicht besser besetzt sein - das Duo machte enormen Druck, aber mit Stil und Gefühl. Gitarrist Thomas Raggi, der das Bad in der Menge suchte und auf Händen getragen weiterspielte, baute einen wunderbaren Gitarrensound auf. Rock ist tot? Mit Sicherheit nicht. "Wir sprechen die Jugend an. Und wir sind verdammt gut", lachte Torchio im Interview. Genau!

Weder optisch noch mit ihrer Meinung und ihrem Engagement wollen sich Maneskin aus Business-Gründen zurückhalten. "Es schauen so viele junge Menschen zu uns auf, daher fällt es uns leicht, uns so zu geben, wie wir es für richtig halten", sagte Bassistin Victoria de Angelis. "Es galt lange Zeit der Grundsatz, dass sich Prominente nicht zu weit hinauslehnen dürfen. Aber wir haben doch die Power und die Möglichkeit, aufzustehen und Minderheiten zu unterstützen."

Roadie nach Muse-Konzert schwer verletzt

Der Roadie stürzte nach dem Konzert von Muse von der Bühne und wurde gegen 2.00 Uhr mit dem Notarzthubschrauber ins Krankenhaus nach Eisenstadt geflogen. Das gab das Rote Kreuz am Freitag bekannt.

Crew und Security bestohlen

Auch die Polizei war schwer beschäftigt. Es kam zu Einbrüchen in Zelte der Crew und Security. Laut Polizeisprecher wurde eine noch unbekannte Zahl an Zelten der Mitarbeiter aufgebrochen. Ermittelt werde auch noch das dabei erbeutete Diebesgut.

Ruhig hingegen war am Freitag die Verkehrslage rund um das Festivalgelände. Zumindest hörten am Vormittag auch die starken Regenfälle auf.

Zu kalt und nass für Alkoholvergiftungen

Für die Sanitäter war es eine relativ ruhige Nacht mit verhältnismäßig wenig Einsätzen, wie es vom Roten Kreuz hieß. Bis Freitagvormittag mussten seit Festivalbeginn insgesamt 358 Personen versorgt werden. 28 Besucher wurden von der Rettung abtransportiert. Aufgrund des Regenwetters behandelten die Helfer vor allem Verstauchungen, Schürfwunden oder auch Insektenstiche.

 

Quelle: Agenturen / Redaktion / lam