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Neun Verletzte bei Massenschlägerei nach Khamenei-Gedenken

Heute, 11:44 · Lesedauer 2 min

Eine Auseinandersetzung zwischen Unterstützern des getöteten iranischen geistlichen Oberhaupts Ali Khamenei und seinen Gegnern hat am Mittwochabend einen Polizeigroßeinsatz in Wien-Floridsdorf ausgelöst. Rund 70 Personen gerieten laut Landespolizeidirektion ab 21.30 Uhr beim Islamischen Zentrum in der Richard-Neutra-Gasse aneinander, lieferten sich dort Wildwest-Szenen und prügelten mit Holzlatten und Stöcken aufeinander ein. Insgesamt wurden neun Personen verletzt, hieß es.

Ausgangspunkt der Konfrontation dürfte eine Gedenkfeier für den im Zuge des Iran-Krieges getöteten Ayatollah gewesen sein, an der mehrere hundert Personen teilnahmen, wie die Landespolizeidirektion am Donnerstag berichtete. Zeitgleich versammelten sich dort ab dem Nachmittag zahlreiche Menschen für eine angemeldete Gegendemo auf der anderen Straßenseite.

Nach Ende der Veranstaltung um 20.00 Uhr machten sich immer mehr Teilnehmer der Gedenkfeier auf den Heimweg, auch die Zahl der Demonstrantinnen und Demonstranten verringerte sich im Lauf des Abends. "Gegen 21.30 Uhr wurde der Polizeieinsatz beendet. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich nur noch wenige Kundgebungsteilnehmer vor Ort, die Gegenstände wegräumten", erklärte Polizeisprecher Markus Dittrich.

Wenige Minuten nach Einsatzende kehrten jedoch sowohl Dutzende Teilnehmer der Veranstaltung als auch der Kundgebung wieder zum Veranstaltungsort zurück, wo es schließlich zu der Massenschlägerei kam. Polizisten des Stadtpolizeikommandos Floridsdorf sowie Kräfte der WEGA brachten die Situation daraufhin unter Kontrolle. "Die Verdächtigen sind geflüchtet", sagte Dittrich der APA. Fotos und Videos in den sozialen Medien zeigten am Mittwoch unter anderem mehrere mit Holzlatten und Stöcken bewaffnete Männer mit Iran-Fahnen vor dem Islamischen Zentrum umherstreifen sowie teils blutüberströmte am Boden liegende Personen. Bei den Beteiligten der Auseinandersetzung soll es sich laut Polizei vorwiegend um iranischstämmige Männer sowie auch einige Männer afghanischer Abstammung handeln. Ermittlungen wegen des Raufhandels seien bereits in Gange, hieß es.

Insgesamt wurden neun Personen verletzt. Die Berufsrettung brachte sieben von ihnen in ein Spital.

Während der Kundgebung wurden zwei Personen festgenommen, eine wegen des Verdachts des versuchten Widerstandes gegen die Staatsgewalt, eine weitere wegen aggressiven Verhaltens. Zudem wurde eine Person wegen gefährlicher Drohung angezeigt, 19 Anzeigen wurden wegen verkehrsrechtlicher Delikte gelegt.

Zusammenfassung
  • Bei einer Massenschlägerei zwischen rund 70 Personen nach einer Gedenkfeier für Ali Khamenei in Wien-Floridsdorf wurden am Mittwochabend neun Menschen verletzt, sieben davon mussten ins Krankenhaus gebracht werden.
  • Auslöser der Auseinandersetzung war eine Veranstaltung mit mehreren hundert Teilnehmern beim Islamischen Zentrum und eine angemeldete Gegendemonstration, die nach dem offiziellen Polizeieinsatz erneut eskalierte.
  • Die Polizei nahm zwei Personen fest, erstattete 19 Anzeigen wegen Verkehrsdelikten und leitete Ermittlungen wegen Raufhandels ein, während die Verdächtigen flüchteten.