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14 Tote nach Gebäude-Einsturz im Libanon

09. Feb. 2026 · Lesedauer 3 min

Beim Einsturz eines Wohnhauses im Libanon sind 14 Menschen ums Leben gekommen. Rettungskräfte hatten nach dem Einsturz in der Küstenstadt Tripoli am Sonntagabend unter den Trümmern nach Überlebenden gesucht. Acht Bewohner, darunter ein Kind, seien gerettet worden, teilte der libanesische Zivilschutz in der Nacht mit. Dessen Generaldirektor erklärte Montagfrüh, dass der Rettungseinsatz beendet sei.

Wie die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA berichtete, war ein "altes Gebäude" im verarmten Stadtviertel Bab al-Tabbaneh eingestürzt. Demzufolge befanden sich unter den Todesopfern ein Kind und eine ältere Frau. Sechs Verletzte seien ins Krankenhaus gebracht worden. Das eingestürzte Gebäude bestand demnach aus zwei Blöcken mit jeweils sechs Wohnungen. Auch mehrere umliegende Gebäude wurden wegen Einsturzgefahr geräumt.

Es war schon der zweite tödliche Hauseinsturz in Tripoli seit Ende Jänner. Präsident Joseph Aoun wies den Rettungsdienst an, sich neben dem Rettungs- und Bergungseinsatz auch um die evakuierten Bewohner des eingestürzten Gebäudes und der benachbarten Gebäude zu kümmern.

In dem kleinen Land am Mittelmeer sind nach Angaben des Immobilienverbands LPA rund 16.000 Gebäude oder mehr einsturzgefährdet, die meisten davon in der Hauptstadt Beirut sowie in Tripoli im Norden. In Beirut hat die schwere Explosion im Hafen von Beirut im Jahr 2020 die Einsturzgefahr an einigen Gebäuden durch die damals schwere Erschütterung noch erhöht.

In Tripoli zogen Bewohner nach der Katastrophe wütend auf die Straße. Einige fuhren laut einem Bericht der Staatsagentur NNA mit Motorrädern zu den Büros örtlicher Politiker und beschädigten Barrikaden.

Viele Gebäude ohne Baugenehmigung

Viele Gebäude im Libanon wurden ohne Baugenehmigung erbaut, vor allem während des Bürgerkriegs von 1975 bis 1990. Oft werden bestehende Wohnhäuser zudem illegal um weitere Stockwerke erhöht. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hatte die libanesischen Behörden schon 2024 aufgerufen, "dringend" die Sicherheit von Gebäuden im ganzen Land zu überprüfen.

Dramatisch ist die Lage demnach vor allem in Tripoli, wo seit dem schweren Erdbeben im türkisch-syrischen Grenzgebiet im Februar 2023 "Tausende Menschen" in "unsicheren Gebäuden" lebten. Die Erschütterungen waren damals auch im Libanon zu spüren gewesen. Laut Amnesty war der Zustand vieler Häuser in Tripoli wegen laxer Sicherheitsvorschriften und mangelnder Instandhaltung aber schon vor dem Erdbeben "katastrophal" gewesen.

Preise für Baumaterial stark gestiegen

Der Libanon steckt seit Jahren in einer der schwersten Wirtschafts- und Finanzkrisen seiner Geschichte. Die örtliche Währung hat seit 2019 mindestens 98 Prozent ihres Werts verloren. Weil Preise für Baumaterial extrem gestiegen sind, können sich viele Bauunternehmer, Eigentümer und Mieter keine Reparaturen leisten und dringend notwendige Sanierungen werden verzögert.

Zusammenfassung
  • Beim Einsturz eines Wohnhauses in Tripoli im Norden des Libanon sind 14 Menschen ums Leben gekommen, während acht Bewohner, darunter ein Kind, lebend gerettet werden konnten.
  • Das eingestürzte Gebäude bestand aus zwei Blöcken mit jeweils sechs Wohnungen; sechs Verletzte wurden ins Krankenhaus gebracht und mehrere umliegende Gebäude mussten wegen Einsturzgefahr evakuiert werden.
  • Im gesamten Libanon gelten nach Angaben des Immobilienverbands LPA rund 16.000 Gebäude als einsturzgefährdet, wobei die wirtschaftliche Krise und stark gestiegene Baumaterialpreise notwendige Sanierungen erschweren.