APA - Austria Presse Agentur

Neuer Rekord an Corona-Toten in Spanien

02. Apr 2020 · Lesedauer 3 min

Spanien hat am Donnerstag eine neue Rekordzahl an Todesopfern durch das Coronavirus verzeichnet. Innerhalb von 24 Stunden seien 950 Tote gestorben, die Gesamtzahl liege nun bei mehr als 10.000 Toten, teilten die Gesundheitsbehörden mit. Jedoch gäben die Statistiken der vergangenen Tage auch Grund zu Optimismus, sagte Gesundheitsminister Salvador Illa.

Spanien hat am Donnerstag eine neue Rekordzahl an Todesopfern durch das Coronavirus verzeichnet. Innerhalb von 24 Stunden seien 950 Tote gestorben, die Gesamtzahl liege nun bei mehr als 10.000 Toten, teilten die Gesundheitsbehörden mit. Jedoch gäben die Statistiken der vergangenen Tage auch Grund zu Optimismus, sagte Gesundheitsminister Salvador Illa.

"Die Daten zeigen, dass die Kurve sich stabilisiert hat, wir haben den Höhepunkt erreicht und eine Verlangsamung hat begonnen." Gleichzeitig bleibe die Situation auf den Intensivstationen aber noch kritisch. Das Land hatte bereits in den vergangenen fünf Tagen jeweils mehr als 800 Tote zu beklagen, jedoch gab es noch nie mehr als 900 Covid-19-Opfer.

Gleichzeitig kletterte aber auch die Zahl der geheilten Patienten auf eine Höchstmarke: Seit Mittwoch wurden fast 4.100 Menschen als gesund entlassen. Von den mehr als 110.000 verzeichneten Infizierten gelten somit fast 27.000 als geheilt. Es gebe aber einen "Akkumulationseffekt" in den Kliniken des Landes, weil viele Erkrankte über längere Zeit behandelt werden müssten, sagte der Chef der Behörde für Gesundheitliche Notfälle (CCAES), Fernando Simon.

Der Anstieg der Infiziertenzahl im Vergleich zum Vortag liege nun bei acht Prozent, "vor einer Woche waren es noch 18 Prozent", rechnete Illa vor. "Um aus dem Tunnel herauszukommen, ist die Beteiligung aller erforderlich", betonte der Minister mit Blick auf die strengen Ausgangsbeschränkungen für die knapp 47 Millionen Spanier, die bis zum 11. April gelten.

Eine leichte Entspannung gab es vor allem in Madrid, dem Epizentrum der Krise in Spanien: Von den 32.000 verzeichneten Fällen - 7,7 Prozent mehr als am Vortag - sind laut Gesundheitsministerium 12.400 wieder gesund. Schwer betroffen ist auch Katalonien.

Nach Italien ist Spanien unterdessen weiterhin das vom Coronavirus am schwersten betroffene Land Europas. Während des bis Ostern geltenden Alarmzustands müssen die Bürger weitgehend zu Hause bleiben, sie dürfen nur zum Einkaufen und in Ausnahmefällen vor die Tür.

Spaniens Nachbarland Portugal hat unterdessen im Kampf gegen die Epidemie den Ausnahmezustand um weitere zwei Wochen verlängert. Das Parlament in Lissabon billigte am Donnerstag einen entsprechenden Dekretvorschlag von Staatsoberhaupt Marcelo Rebelo de Sousa. Die zweithöchste Notstandsstufe des Landes war am 18. März erstmals in Demokratie-Zeiten ausgerufen worden und soll nun bis zum 17. April gelten.

"Den Ausnahmezustand nicht zu verlängern, würde bedeuten, die falsche Botschaft zu vermitteln", sagte der sozialistische Regierungschef Antonio Costa. "Denn das würde besagen oder implizieren, dass das, was vor 15 Tagen nötig war, jetzt nicht mehr nötig ist. Aber das ist nicht wahr." Costa fügte hinzu: "Am Ende des Tunnels wird es Licht geben, aber es ist noch zu früh für jeden von uns, dieses Licht zu sehen."

Im Rahmen der Maßnahme darf die Regierung die Rechte etwa der Bürger, der Medien und der Unternehmen deutlich einschränken. Zudem gilt für die etwa zehn Millionen Einwohner eine strikte Einschränkung der Bewegungsfreiheit. In Portugal lag die Zahl der bestätigten Fälle zuletzt bei rund 8.200, 187 Menschen sind an dem Virus gestorben.

Quelle: Agenturen