Rassismus SyltScreenshot / X / @derklepto

Nach Sylt-Skandal: Beteiligter entschuldigte sich angeblich

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Nachdem ein Video öffentlich wurde, auf dem junge deutsche Partygäste in einer Bar auf Sylt rassistische und rechtsextreme Parolen grölten, entschuldigte sich nun einer der Beteiligten angeblich für sein Handeln. Der Account wurde allerdings gelöscht.

Es war ein Video von einer Party im Nobel-Club "Pony Kampen" auf der deutschen Nordseeinsel Sylt, das für Schock, Empörung aber auch für ein juristisches Nachspiel sorgte. 

"Ausländer raus"

Das Video, das sich auf Social Media verbreitete, zeigt junge Deutsche beim Feiern. Dabei singen sie rassistische Parolen wie "Ausländer raus" und "Deutschland den Deutschen".

Ein junger Mann imitiert mit seinen Fingern unter der Nase einen Hitlerbart. Mit seiner Hand deutet er einen Hitlergruß zumindest an.

"Betrunken gewesen, schäme mich"

Gerade der junge Mann, der vermeintlich einen Hitlerbart imitierte, hat sich in sozialen Medien angeblich entschuldigt, das berichtet zumindest "Bild". "Ich will mich öffentlich und aufrichtig entschuldigen für das, was passiert ist. Alle, die wir damit vielleicht verletzt haben, bitte ich um Entschuldigung", soll es in der Erklärung geheißen haben.

Er habe einen "ganz schlimmen Fehler" gemacht und schäme sich dafür. Warum er das gemacht hat, könne er nicht erklären. Er sei betrunken gewesen - die Aussagen seien nicht Ausdruck seiner inneren Haltung. Er habe sich der Polizei gestellt und werde die rechtlichen Konsequenzen tragen.

"Ich kann mir vorstellen, dass viele Menschen, die das jetzt lesen, mir nicht abnehmen, dass es mir unendlich leidtut", so der junge Mann angeblich auf einem Social-Media-Account, den er mittlerweile gelöscht hat. Er sei aber weltoffen und tolerant erzogen worden, habe auch Freunde mit Migrationshintergrund.

Die Club-Betreiber distanzierten sich öffentlich von dem Vorfall und haben laut "Bild" mittlerweile Strafanzeige gegen fünf Personen gestellt. Außerdem sollen mehrere der Beteiligten von ihren Arbeitsstellen gekündigt worden sein. Die Polizei ermittelt unterdessen wegen des Verdachts auf Volksverhetzung und des Verwendens von  verfassungswidriger Kennzeichen.

"In klassischem Nazi-Manier"

Indes zeigte sich der Antisemitismusbeauftragte der deutschen Bundesregierung, Felix Klein, schockiert über die rassistischen Gesänge der junger Partygäste. 

"Nicht etwa, weil mich die Existenz solch menschenfeindlicher Ideologie überrascht, sondern weil sie ganz offensichtlich Teil der Popkultur und in einem Milieu salonfähig geworden ist, dem klar sein müsste, dass Ausländer maßgeblich zu unserem Wohlstand beitragen." Der Vorfall sei für ihn Beleg für das Vordringen menschenfeindlicher Ideologie in die Gesellschaft.

Klein fügte hinzu: "Wer in klassischer Nazi-Manier "Deutschland den Deutschen" fordert, schließt damit alle angeblich "nicht-deutschen" Gruppen aus, die vermeintlich weniger wert sind, darunter Menschen mit Migrationshintergrund, Sinti und Roma, aber auch Jüdinnen und Juden. Ich bin froh, dass derartiges Verhalten nicht ungeahndet bleibt."

ribbon Zusammenfassung
  • Nachdem ein Video öffentlich wurde, auf dem junge deutsche Partygäste in einer Bar auf Sylt rassistische bzw. ausländerfeindliche Parolen grölten, entschuldigte sich nun angeblich einer der Beteiligten für sein Handeln.
  • Ich will mich öffentlich und aufrichtig entschuldigen für das, was passiert ist. Alle, die wir damit vielleicht verletzt haben, bitte ich um Entschuldigung", soll es laut "Bild" in der Erklärung heißen.
  • Er habe einen "ganz schlimmen Fehler" gemacht und schäme sich dafür. Warum er das gemacht hat, könne er nicht erklären. Er sei betrunken gewesen - die Aussagen seien nicht Ausdruck seiner inneren Haltung.
  • Der Account wurde allerdings gelöscht.
  • Die Club-Betreiber distanzierten sich unterdessen öffentlich von dem Vorfall und haben laut "Bild" mittlerweile Strafanzeige gegen fünf Personen gestellt.
  • Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts auf Volksverhetzung und des Verwendens von  verfassungswidriger Kennzeichen.