APA/BI SANDRO TURK

Nach Kärntner Unwetterkatastrophe: Viele Schadstellen behoben

15. Juli 2022 · Lesedauer 3 min

Der Einsatzstab in den von einer Unwetterkatastrophe betroffenen Region im Kärntner Bezirk Villach-Land löst sich am (heutigen) Freitag auf. Die Villacher Pioniere bleiben wohl noch eine Woche im Assistenzeinsatz und arbeiten vor allem an einer Brücke in der Klamm zwischen Treffen und Arriach.

An der Wiederherstellung Straßeninfrastruktur wird weiter gearbeitet, das Kanalnetz ist unterdessen fast zur Gänze wieder intakt, sagte Bezirkshauptmann Bernd Riepan zur APA.

Die Millstätter Straße (B98) wird zwischen Strussnig und Afritz voraussichtlich in zwei bis drei Wochen für den Zivilverkehr freigegeben, schätzt der Bezirkshauptmann. Die Teuchen Landesstraße (L46) von der Klamm nach Arriach bleibt wohl noch für Monate zu. Als Ersatz soll die Buchholzer Straße, eine kleine Bergstraße, am (heutigen) Freitag oder spätestens am Samstag freigegeben werden. Viele Arriacher sparen sich dann auf dem Weg zur Arbeit in Villach zahlreiche Kilometer Umweg über Himmelberg.

Bürgermeister: "Sehr viel Not und Elend"

Private Schäden seien mithilfe der Kommunen bereinigt worden, so Riepan. Für die Landwirte bleiben Probleme mit verschlammten Flächen wie Wiesen und Felder. Trotz der Aufräumarbeiten sind einige Privathäuser teilweise oder zur Gänze unbewohnbar geblieben. Bürgermeister Klaus Glanznig (SPÖ): "Es ist sehr viel zerstört und noch sehr viel an Not und Elend. Viele stehen vor dem Nichts." Er hofft auf weitere Spenden und öffentliche Gelder zur Unterstützung der Betroffenen und seiner Gemeinde.

Dass es bei Raumplanung und Widmungen in der Vergangenheit Fehler gegeben haben könnte, glaubt Bürgermeister Glanznig nicht. Die Gefahrenzonenpläne wurden immer wieder adaptiert, die betroffenen Gebäude seien alt, oft 50 oder 100 Jahre. Auch nach den jüngsten Erfahrungen werde man die Gefahren neu bewerten, den Bebauungsplan neu machen müssen. Unterdessen machen dem Bürgermeister die Kosten für die Aufräumarbeiten zu schaffen. "120.000 Euro hat die Gemeinde heute an Spritkosten für die Einsatzfahrzeuge zahlen müssen, für Bagger, Feuerwehrfahrzeuge und Lkw. 120.000 Euro."

Fellner: Bund als "Krisengewinnler" der Naturkatastrophe

Landesrat Daniel Fellner (SPÖ), in der Landesregierung für Katastrophenschutz zuständig, forderte in einer Aussendung Geld vom Bund und warf ihm gleichzeitig vor, aufgrund von Steuereinnahmen für die Aufräumarbeiten "Krisengewinnler" der Naturkatastrophe zu sein. Die Landesregierung habe alles, was an Soforthilfe und langfristiger Unterstützung möglich sei, in die Wege geleitet. Kärnten brauche sofort Sondermittel über den Katastrophenfonds des Bundes hinaus. Zumindest die zusätzlichen Steuereinnahmen etwa aus Mehrwertsteuer und Mineralölsteuer sollen sofort wieder ausgezahlt werden.

Quelle: Agenturen / ddj