APA/dpa-Zentralbild/Sebastian WIllnow

Nach Geiselnahme: Halle-Attentäter von Ermittlern vernommen

14. Dez. 2022 · Lesedauer 2 min

Der Attentäter von Halle ist nach der Geiselnahme in der deutschen Haftanstalt Burg (Sachsen-Anhalt) bereits von den Ermittlern vernommen worden.

Der Attentäter von Halle ist nach der Geiselnahme in der deutschen Haftanstalt Burg (Sachsen-Anhalt) bereits am Dienstag von den Ermittlern vernommen worden. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen am Mittwoch. Ob sich der Gefangene zum Vorfall geäußert hat, ist bisher unbekannt.

Zwei Bedienstete als Geiseln

Am Montagabend hatte der rechtsextreme Halle-Attentäter zeitweise zwei Bedienstete in der JVA Burg in seine Gewalt gebracht. Der 30-Jährige wurde durch weitere Justizvollzugsbedienstete im Innenbereich des Gefängnisses überwältigt. "Wir führen intensive Ermittlungen durch", sagte ein Sprecher des Landeskriminalamts (LKA) am Mittwoch. Zur Vernehmung wollte sich das LKA nicht äußern.

In gesichertem Haftraum untergebracht

Der Halle-Attentäter ist derzeit weiter in einem besonders gesicherten Haftraum in der JVA Burg untergebracht. Über eine Verlegung des Gefangenen in ein anderes Bundesland soll am Mittwoch erneut beraten werden.

Am Mittwochmittag kommt in Magdeburg der Rechtsausschuss im Landtag des deutschen Bundeslandes Sachsen-Anhalt zu einer Sondersitzung zusammen. Dabei dürfte erneut thematisiert werden, inwiefern bei der Geiselnahme ein Gegenstand zum Einsatz kam, mit dem der Gefangene die Bediensteten bedroht haben soll. Am Dienstag hatte Sachsen-Anhalts Justizministerin Franziska Weidinger gesagt, sie könne dazu noch keine detaillierten Angaben machen. Gesicherte Erkenntnisse lägen ihr noch nicht vor.

Zu lebenslanger Haft verurteilt

Der Halle-Attentäter war im Dezember 2020 zu lebenslanger Haft und anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt worden. Er hatte am 9. Oktober 2019, am höchsten jüdischen Feiertag Yom Kippur, versucht, die Synagoge von Halle zu stürmen und ein Massaker anzurichten. Als es ihm nicht gelang, auf das Gelände zu kommen, ermordete er vor der Synagoge eine 40 Jahre alte Passantin und in einem nahe gelegenem Döner-Imbiss einen 20-Jährigen. Auf der Flucht verletzte er weitere Menschen.

Quelle: Agenturen / Redaktion / ddj