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Mordverdacht in Baden: Ehemann festgenommen

25. Aug. 2022 · Lesedauer 2 min

Nach der Entdeckung einer Toten Mittwochfrüh in einem Einfamilienhaus in Oberwaltersdorf (Bezirk Baden) ist der Ehemann der 57-Jährigen festgenommen worden.

Laut Polizeisprecher Raimund Schwaigerlehner besteht "dringender Tatverdacht". Der 64-Jährige hatte angegeben, das Opfer gefunden zu haben und war zunächst als Zeuge geführt worden. Dem vorläufigen Obduktionsergebnis zufolge starb die Frau nach einer Gewalteinwirkung gegen den Kopf.

Es liege eindeutig Fremdverschulden vor, sagte Erich Habitzl, der Sprecher der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt, zur APA. Das schriftliche Gutachten zur Obduktion war am Donnerstag noch ausständig.

Ermittlungen laufen

Der nunmehr Verdächtige hatte anfangs nicht einvernommen werden können. Er hatte Polizeiangaben zufolge geschockt reagiert und psychologische Betreuung erhalten. Nach Angaben von Habitzl gab der 64-Jährige bei einer ersten Befragung an, mit der Bluttat nichts zu tun zu haben. Der Beschuldigte will in einem anderen Raum geschlafen, die verletzte Frau in der Früh entdeckt und sie anschließend reanimiert haben. Die 57-Jährige erlitt laut Polizei Stichverletzungen im Kopfbereich. Eine Tatwaffe wurde vorerst nicht gefunden, berichtete der "Kurier" online.

Die Verhängung der Untersuchungshaft über den 64-Jährigen habe die Staatsanwaltschaft noch nicht beantragt, sagte Habitzl. In Aussicht gestellt wurde dieser Schritt für (den morgigen) Freitag. Nach Angaben von Polizeisprecher Schwaigerlehner waren in der Causa am Donnerstag auch "noch weitere Vernehmungen" ausständig.

"Es reiht sich Femizid an Femizid"

Betroffen über die Gewaltserie der vergangenen Tage zeigte sich SPÖ-Frauenvorsitzende Eva-Maria Holzleitner. "Es reiht sich Femizid an Femizid und die Frauenministerin befindet sich offenbar in einem politischen Tiefschlaf", konstatierte sie in einer Aussendung. Es brauche einen Gewaltschutzgipfel, auf dem die aktuellen Maßnahmen "einer Überprüfung unterzogen werden". Als Richtschnur müsse die Istanbul-Konvention gelten.

Quelle: Agenturen