Mitarbeiterzuwachs in heimischen Apotheken durch Pandemie

07. März 2022 · Lesedauer 2 min

Dienstleistungen rund um das Testen in der Corona-Pandemie haben die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in heimischen Apotheken steigen lassen. In den 1.400 öffentlichen Apotheken gibt es rund 6.300 Apothekerinnen und Apotheker und 11.100 pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte. "Der Anstieg im letzten Jahr war ein sehr signifikanter", sagte Gerhard Kobinger vom Präsidium der Österreichischen Apothekerkammer am Montagvormittag beim Apothekerkongress in Schladming.

In den vergangenen zehn Jahren insgesamt wurden in den österreichischen Apotheken mehr als 1.750 neue Arbeitsplätze geschaffen, das ist ein Zuwachs von rund elf Prozent, geht aus dem auf der Fortbildungstagung präsentierten Jahresbericht der Apothekerkammer hervor. Seit Mitte 2021 gibt es mehr offene Stellen als Stellenlose, berichtete Kobinger. "Das ist eine ziemlich neue Situation, die es zu beobachten gilt", sagte er.

"Die letzten zwei Jahre haben der österreichischen Bevölkerung, der ganzen Welt, viel abverlangt", hatte Apothekerkammer-Präsidentin Ulrike Mursch-Edlmayr am Sonntagnachmittag bei der Eröffnung des viertägigen Kongresses gesagt, der erstmals seit dem Abbruch der Tagung kurz vor dem ersten Lockdown im März 2020 wieder in Präsenz stattfindet. Die Apotheken-Branche hätte die Chance gehabt, im Auftrag der Bundesregierung "Dienstleistungen zu erbringen, die wir vorher nicht hatten", verwies Mursch-Edlmayr auf PCR- und Antigen-Testungen in Apotheken sowie die Ausgabe der Gratis-Wohnzimmertests.

Um den Bereich der Care-Diagnostik - Testen, Screenings, Medikationsanalyse - weiter zu etablieren, brauche es Gesetzesänderungen, adressierte die Apothekerkammer-Präsidentin ihre Wünsche an den designierten Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne). Kobinger forderte am Montag außerdem eine Neuverhandlung der Vergütung der Apothekenleistung im Krankenkassenbereich.

Die Umsätze der öffentlichen Apotheken bestehen aus den Krankenkassenumsätzen, also Umsätzen mit Arzneimitteln, deren Kosten die Krankenkassen tragen, und Privatumsätzen aus dem Verkauf von Produkten, die der Kunde selbst bezahlt. Durchschnittlich entfallen 67 Prozent der Umsätze auf die Krankenkassenumsätze. Im Jahr 2020 machten die öffentlichen Apotheken laut dem Jahresbericht insgesamt rund 4,6 Milliarden Euro Umsatz, das ist eine kontinuierliche Steigerung zu 4,5 Milliarden im Jahr davor und 4,3 Milliarden 2018.

Unter den mehr als 6.300 Apothekerinnen und Apothekern beträgt der Frauenanteil 79 Prozent, unter den Selbständigen sinkt der Anteil jedoch auf 56 Prozent Frauen, berichtete Josef Fasching, Leiter der Wirtschafts- und finanzpolitischen Abteilung der Apothekerkammer. Inklusive sonstiger Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen macht der Frauenanteil der Apothekenteams 89 Prozent aus. "Man sieht nach wie vor: die Apotheke ist weiblich", betonte Kobinger am Tag vor dem Weltfrauentag.

(S E R V I C E - APOkongress Schladming: www.apothekerkammer.at/aktuelles/news/apokongress-schladming)

Quelle: Agenturen