Missbrauch an Schule: "Indizien, dass es möglicherweise einen Mittäter gibt"

20. Sept. 2022 · Lesedauer 2 min

Ein jahrelanger Missbrauch durch einen Lehrer an einer Wiener Mittelschule, der nach Auftauchen der Vorwürfe 2019 Suizid begangen hat, ist um einen weiteren Aspekt reicher: Die Opferanwältin Herta Bauer deutet im PULS 24 Interview an, dass es womöglich einen Mittäter gab.

"Aus unserem Akt ergeben sich sehr wohl Indizien, dass es möglicherweise einen Mittäter gibt", verrät die Opferanwältin Herta Bauer im PULS 24 Interview. Statt den Fall nach dem Suizid des mutmaßlichen Täters zu schließen, hätte die Polizei laut Bauer auch "in andere Richtungen" weiter ermitteln sollen. "Da bekanntlich diese Tätergruppe nicht alleine agiert, sondern immer in größeren Kreisen", so die Anwältin.

Der Pädagoge soll zwischen 2004 und 2019 mindestens 25 Kinder sexuell missbraucht haben. Die Zahl der Opfer müsste laut Bauer "leider mehr sein", wie sie im Interview erklärt. 

Himmer zu Missbrauchs-Fällen: Werden allen Betroffenen helfen

Der Wiener Bildungsdirektor Heinrich Himmer spricht im Interview mit PULS 24  über die neuen Erkenntnisse.

Fall für Polizei abgeschlossen

In dem Fall des Wiener Pädagogen, der in einem Zeitraum von 15 Jahren Schüler:innen sexuell missbraucht und kinderpornografisches Material angefertigt hat, wurde jetzt bekannt, dass es auch zu Übergriffen im Schul-Turnsaal und auf der Sportwoche gekommen sei. Bisher hatte das die Bildungsdirektion ausgeschlossen.

Für die Wiener Polizei ist der Fall seit 2019 abgeschlossen, hieß es auf Anfrage. Alle mutmaßlichen Opfer wurden damals nach dem Suizid des Lehrers vom LKA einvernommen. Nähere Angaben könne man wegen deren Persönlichkeitsschutzes nicht machen.

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Quelle: Agenturen / Redaktion / pea