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Menschliches Versagen offenbar Ursache für Peru-Zugsunglück

Heute, 08:57 · Lesedauer 2 min

Nach dem Zusammenprall zweier Züge nahe der berühmten Inka-Ruinenstadt Machu Picchu vermuten die Behörden menschliches Versagen als Unglücksursache. Allem Anschein nach habe einer der Lokführer aus bisher unbekannten Gründen die Signale nicht gesehen oder ignoriert, sagte Regierungschef Ernesto Álvarez dem peruanischen Radiosender RPP am Mittwoch. Vier Arbeiter, die in der Zuglokomotive beschäftigt waren, seien festgenommen worden, teilte die Polizei mit.

Beim Frontalzusammenstoß der beiden Züge war einer der Zugfahrer ums Leben gekommen. Von den 40 Verletzten wurden zwei am Mittwoch weiterhin im Krankenhaus behandelt, wie Álvarez weiter sagte.

Der Zugverkehr zum Ort Aguas Calientes, Ausgangspunkt für den Besuch des Machu Picchu, war nach dem Zusammenprall am Dienstag eingestellt worden. Rund 2.000 Touristinnen und Touristen aus dem In- und Ausland strandeten in dem Ort. Am Mittwoch wurde der Zugverkehr wieder aufgenommen.

Die Bahngesellschaft Ferrocarril Transandino berichtete, bei dem Unglück sei ein Zug am Dienstagmittag auf der eingleisigen Strecke zwischen der Ortschaft Ollantaytambo und Machu Picchu mit einem entgegenkommenden Zug kollidiert. Das Unglück ereignete sich in einem schwer zugänglichen Gebiet in den Anden ohne direkte Straßenanbindung.

Die einstige Inka-Hauptstadt Machu Picchu wurde im 15. Jahrhundert in 2.500 Metern Höhe erbaut. Die seit 1983 zum UNESCO-Weltkulturerbe zählende Ruinenstadt zieht laut dem peruanischen Tourismusministerium täglich rund 4.500 Besucher an, darunter zahlreiche Ausländer. Um zu der hoch in den Anden gelegenen Touristenattraktion zu gelangen, nehmen Besucher erst den Zug und anschließend einen Bus.

Im September waren hunderte Touristen zeitweise nahe dem Machu Picchu gestrandet. Protestierende Einheimische hatten die Bahngleise blockiert, um eine Ausschreibung zur Auswahl eines neuen Bus-Betreibers durchzusetzen.

Zusammenfassung
  • Nach dem Frontalzusammenstoß zweier Züge nahe Machu Picchu vermuten die Behörden menschliches Versagen als Ursache, da einer der Lokführer laut Regierungschef Ernesto Álvarez offenbar Signale nicht gesehen oder ignoriert hat.
  • Bei dem Unglück kam ein Lokführer ums Leben und 40 Menschen wurden verletzt, während vier Lokomotiv-Arbeiter festgenommen und zwei Verletzte am Folgetag weiterhin im Krankenhaus behandelt wurden.
  • Rund 2.000 Touristinnen und Touristen strandeten nach der Einstellung des Zugverkehrs in Aguas Calientes, doch am Folgetag wurde der Verkehr zur UNESCO-Welterbestätte Machu Picchu wieder aufgenommen.