Mehrere Tote und Tausende Verletzte bei Explosion in Beirut

04. Aug 2020 · Lesedauer 3 min

In der libanesischen Hauptstadt Beirut gab es am Dienstag schwere Explosionen mit Dutzenden Toten und Tausenden Verletzten. Videoaufnahmen zeigen die Zerstörung in den Straßen Beiruts.

Über Beirut stieg am frühen Abend eine riesige Rauchwolke auf. Mindestens 50 Menschen wurden bei einer schweren Explosion in der libanesischen Hauptstadt getötet. Weitere 2.750 wurden verletzt. Das sagte Gesundheitsminister Hassan Hamad zu Reportern vor einem Krankenhaus. Die Zahl werde aufgrund der zahlreichen schwer Verletzten wahrscheinlich noch weiter ansteigen. 

Die Detonation ereignete sich der staatlichen Nachrichtenagentur NNA zufolge in einem Teil des Hafens der libanesischen Hauptstadt. Die Hintergründe sind derzeit noch unklar. Innenminister Mohammed Fahmi sagte, es sei vermutlich ein hochexplosives Material detoniert, das seit Jahren am Hafen gelagert wurde. Einigen Berichten zufolge ereignete sich die Explosion in einem Lager für Feuerwerkskörper.

Hinweise auf einen Anschlag oder einen politischen Hintergrund gab es zunächst nicht. 

 

Explosion hunderte Kilometer weit spürbar

Durch die Wucht der Explosion gingen zahlreiche Fenster zu Bruch. Über der Stadt stieg eine große rote Rauchwolke auf. Einige Straßen waren mit Trümmern und Glasscherben übersät. "Starke Explosionen" seien in Beirut und Vororten zu spüren gewesen. Eine ehemalige BBC-Reporterin berichtet auf Twitter, sie habe die Explosion sogar im über 200 Kilometer entfernten Zypern gespürt.

Augenzeugen sprachen von Leichen auf den Straßen und Menschen, die unter Trümmern verborgen seien. Die Armee half, Verletzte in Krankenhäuser zu bringen. Bürger wurden aufgerufen, Blut zu spenden. 

Die Schnellstraße auf dem Weg zum Hafen war mit Glasscherben übersät. Dutzende Autos wurden beschädigt. "Wir saßen in unserem Wohnzimmer, und plötzlich fielen uns die Wand und Glas auf den Kopf", sagte ein Anrainer namens Rumi. Große Teile des Hafens, der wenige Kilometer von der Innenstadt Beiruts entfernt liegt, wurden durch die Explosion zerstört.

Alle verfügbaren Teams des libanesischen Roten Kreuzes sind im Einsatz, berichtet das Rote Kreuz. Derzeit sei unklar wie viele Verletzte es tatsächlich gebe, weil einige Menschen noch im Detonationsbereich gefangen seien, sagt Georges Kettaneh, Generalsekretär des libanesischen Roten Kreuzes.

Die CNN berichtet von chaotischen Szenen in Krankenhäusern, die Ärzte müssten dutzende Menschen gleichzeitig behandeln. Teilweise würden Verletzte nicht behandelt werden, weil die Spitäler überfüllt seien, berichtet eine Reporterin der französischen Nachrichtenagentur AFP.

Regierungschef Hassan Diab erklärte den Mittwoch zum Tag landesweiter Trauer in Gedenken an die Opfer. Präsident Michel Aoun berief eine Dringlichkeitssitzung des Nationalen Verteidigungsrats ein.

Dieser Beitrag wird laufend aktualisiert. 

Videos zeigen das Ausmaß der Zerstörung

Quelle: Agenturen / Redaktion / spe, moe