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Mehr Luftfahrt-Tote trotz Rückgangs des Flugverkehrs

29. Dez 2020 · Lesedauer 1 min

Der drastische Einbruch im Weltluftverkehr 2020 spiegelt sich laut Unfallforschern in den Opferzahlen nicht wider. Zwar ist die Zahl der tödlichen Flugunfälle von 27 im Jahr 2019 auf neun gesunken. Die Zahl der bei Flugzeugunglücken getöteten Menschen stieg jedoch gegenüber dem Vorjahr an. Laut Hamburger Flugsicherheitsbüro Jet Airliner Crash Data Evaluation Centre (JACDEC) starben bei Flugunfällen der kommerziellen Luftfahrt weltweit 318 Menschen - 25 mehr als 2019.

Viele dieser Unfalltoten sind allein zwei Unglücken zuzuordnen. Nach der Analyse des JACDEC für das Luftfahrtmagazin "Aero International" (Februar-Ausgabe) starben Anfang Jänner 176 Menschen, als nahe Teheran eine Boeing 737-800 der Ukraine International abgeschossen wurde. Der Iran hatte eingeräumt, für den Absturz verantwortlich zu sein. Das Militär habe die Maschine "unbeabsichtigt" abgeschossen, hieß es in einer Presseerklärung im Staatsfernsehen.

Der zweite schwere Unfall ereignete sich, als ein pakistanischer Airbus A320 in ein Wohngebiet in Karachi krachte. Karachi ist mit 15 Millionen Einwohnern die bevölkerungsreichste Stadt des Landes. Dabei starben 97 Menschen an Bord und einer am Boden.

Der internationale Branchenverband IATA schätzt den Einbruch der Flugaktivität durch die Coronakrise über das gesamte Jahr je nach Region auf bis zu 70 Prozent. Der JACDEC registriert und analysiert seit rund drei Jahrzehnten die Unfälle und schweren Zwischenfälle der Zivilluftfahrt. Erfasst werden dabei alle Flugzeuge mit mehr als 5,7 Tonnen Gewicht oder mehr als 19 Sitzen.

Quelle: Agenturen