APA - Austria Presse Agentur

Mehr als 500.000 positiv Getestete in Brasilien

01. Juni 2020 · Lesedauer 5 min

Das brasilianische Gesundheitsministerium hat einen Anstieg von 16.409 Coronavirus-Fällen auf die Gesamtzahl von 514.849 verlautbart. Das Land verzeichnet nach den USA den zahlenmäßig heftigsten Ausbruch der Infektion. In den letzten 24 Stunden starben laut Ministerium weitere 480 Menschen an den Folgen von Covid-19. In Russland und der Türkei wurden indes die Restriktionen teils aufgehoben.

Das brasilianische Gesundheitsministerium hat einen Anstieg von 16.409 Coronavirus-Fällen auf die Gesamtzahl von 514.849 verlautbart. Das Land verzeichnet nach den USA den zahlenmäßig heftigsten Ausbruch der Infektion. In den letzten 24 Stunden starben laut Ministerium weitere 480 Menschen an den Folgen von Covid-19. In Russland und der Türkei wurden indes die Restriktionen teils aufgehoben.

In Brasilien stieg die Zahl der Todesfälle offiziellen Angaben zufolge auf 29.314. Damit liegt das lateinamerikanische Land hinter den USA, Großbritannien und Italien auf dem vierten Platz weltweit. In Lateinamerika und der Karibik ist die Zahl der Corona-Infektionen indes auf über eine Million gestiegen. Seit Beginn der Pandemie steckten sich 1.016.828 Menschen in der Region mit dem neuartigen Virus an, wie aus einer Zählung der Nachrichtenagentur AFP vom Sonntag hervorgeht.

Wie die Regierungen der beiden Länder mitteilten, beliefern die USA Brasilien trotz medizinischer Warnungen mit der Anti-Malaria-Arznei Hydroxychloroquin zur Behandlung von Covid-19-Patienten. Die USA hätten Brasilien zwei Millionen Dosen des Mittels gesendet, hieß es am Sonntag in der gemeinsamen Erklärung. US-Präsident Donald Trump und sein brasilianischer Konterpart Jair Bolsonaro schwärmen für das Mittel.

Erst vor ein paar Tagen hatte die Weltgesundheitsorganisation WHO angekündigt, eine große klinische Studie mit dem Mittel an Covid-19-Patienten wegen Sicherheitsbedenken zu stoppen. Die US-Arzneimittelaufsicht FDA hat bereits vor schweren Nebenwirkungen beim Einsatz von Hydroxychloroquin an Covid-19-Erkrankten gewarnt. Trump dagegen hatte das Anti-Malaria-Mittel früher angepriesen.

In Russland dürfen die Einwohner der Hauptstadt Moskau nach neun Wochen wieder ihre Häuser verlassen. Die Beschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie sind in der 12,7 Millionen großen Metropole teilweise aufgehoben. Drei Mal pro Woche dürfen die Menschen spazieren gehen und draußen Sport treiben, teilt die Regierung mit.

Einkaufszentren und die meisten Parks werden nach offiziellen Angaben ebenfalls am Montag geöffnet, Kinderspielplätze und Sportanlagen blieben zunächst geschlossen. Die Infektionsrate ist in den vergangenen Wochen gefallen: Die Regierung in Moskau meldete im Vergleich zu Mai mit rund täglich 6000 neuen Coronavirus-Fällen nur 2.595 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Rund 400.000 Menschen sind in Russland bisher dem Virus erlegen.

Nach einer 48-stündigen weitgehenden Ausgangssperre in der Millionenmetropole Istanbul und 14 weiteren türkischen Städten und Provinzen dürfen die Menschen ihre Häuser wieder verlassen. Das Ausgehverbot, das am Freitag in Kraft getreten war, lief am Sonntag um Mitternacht (Ortszeit) aus. Zudem wurden um Mitternacht Reisebeschränkungen für Istanbul und 14 weitere Provinzen aufgehoben. Die Einwohner dürfen ihre Region nun das erste Mal seit Anfang April wieder verlassen. Das war zuvor nur mit einer Ausnahmegenehmigung möglich.

An diesem Montag sind zudem zahlreiche weitere Corona-Restriktionen in der Türkei aufgehoben: Inlandsflüge werden wieder aufgenommen, Restaurants, Cafes und Sportanlagen dürfen unter Auflagen wieder öffnen. Auch der berühmte Große Basar in Istanbul öffnet wieder für Besucher. Die Aufnahme des internationalen Flugverkehrs war zuletzt für den 10. Juni geplant.

Schweden meldete am Montag acht neue Coronavirus-Todesfälle im Zusammenhang, nachdem der Sonntag der erste Tag ohne Corona-Tote seit März gewesen war. Wie die staatliche Gesundheitsbehörde weiter mitteilte, stieg die Zahl der Todesfälle daher auf 4.403. Etwa 37.800 Menschen infizierten sich bisher. Den ersten Todesfall hatte das skandinavische Land am 11. März registriert.

Bereits am Sonntag hatte die Behörde aber darauf hingewiesen, dass sich die Vermeldung weiterer Opfer über das Wochenende für gewöhnlich verzögere. "Wir werden morgen (Dienstag) wahrscheinlich weitere Todesfälle gemeldet bekommen", sagte der Epidemiologe Anders Tegnell von der Gesundheitsbehörde. "Aber es ist positiv, dass wir für ein paar Tage geringe Zahlen hatten."

Auf dem chinesischen Festland gibt es unterdessen 16 neue Coronavirus-Fälle. Das ist der größte Anstieg binnen 24 Stunden seit dem 11. Mai. Die Nationale Gesundheitskommission erklärte, dass es sich bei allen Neuinfektion um sogenannte importierte Fälle handelt, an denen Reisenden aus Übersee beteiligt sind. Die Gesamtzahl der bestätigten Fälle liegt nach offiziellen Angaben nun bei 83.017. Die Zahl der Todesopfer bleibt unverändert bei 4.634.

Über 38.400 Menschen sind in Großbritannien an Covid-19 gestorben, für die Schwere des Ausbruchs wird die Regierung von Premierminister Boris Johnson mitverantwortlich gemacht. Nun versucht London, bei der Impfstoffentwicklung die Führung zu übernehmen. Großbritannien ist Gastgeber der Online-Geberkonferenz für die Impfallianz Gavi am 4. Juni.

Die Universität Oxford und das Imperial College London seien die "Spitzenreiter" bei der Suche nach einer Impfung gegen das neue Coronavirus, verkündete die Regierung. Der britische Staat fördert die Forschung in Oxford mit mehr als 85 Millionen Pfund (95 Millionen Euro) und jene am Imperial College mit fast 43 Millionen Pfund. Bis Mitte nächsten Jahres solle ausreichend Impfstoff für die gesamte Bevölkerung produziert werden. Außerdem hat die Regierung 388 Millionen Pfund für eine internationale Initiative zur Entwicklung von Impfungen, Behandlungen und Tests zugesagt.

Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO gibt es weltweit 118 Projekte zur Entwicklung eines Corona-Impfstoffes, acht davon werden bereits an Menschen getestet. Die vielen Forschungsprojekte nähren die Hoffnung, dass die Pandemie bald mit einer Impfung gebremst werden könnte. Die Chefs von führenden Pharmafirmen zeigten sich vergangene Woche überzeugt, dass es bis Ende des Jahres tatsächlich einen oder mehrere Impfstoffe geben wird.

Quelle: Agenturen