Mehr als 20 Schafe in einer Nacht in Kärnten gerissen

02. Nov. 2022 · Lesedauer 2 min

Vermutlich ein Wolf hat in der Nacht auf Mittwoch im Gemeindegebiet von Dellach im Gailtal (Bezirk Hermagor) mehr als 20 Schafe gerissen. Ein Bauer hatte um 6.00 Uhr die Polizei verständigt. Die Landwirtschaftskammer Kärnten sprach in einer Aussendung von 22 Schafen, die sofort tot waren, weiteren fünf, die notgeschlachtet werden mussten, und bei drei Schafen war vorerst nicht klar, ob sie überleben würden.

Wie der Wolfsbeauftragte des Landes, Roman Kirnbauer, auf APA-Anfrage sagte, habe er keinen Zweifel, dass die Schafe von einem Wolf oder sogar mehreren Wölfen gerissen wurden: "Sie wurden alle mit einem Kehlbiss getötet." Zwei Schafe seien "sehr gut genützt", also angefressen gewesen. Es komme auch immer wieder vor, dass mehrere Schafe bei einem Angriff getötet werden. Beachtlich sei aber die große Zahl der getöteten Tiere: "Dieses Ausmaß haben wir noch nicht gehabt."

Der zuständige Landesrat, Martin Gruber (ÖVP), teilte am Mittwoch mit, dass für das Gebiet um Dellach bereits eine Freigabe zum Abschuss eines Wolfes gemäß Kärntner Wolfsverordnung besteht. Sie trat am 17. Oktober in Kraft und gilt noch bis einschließlich 14. November. "Der aktuelle Vorfall beweist einmal mehr, dem Wolf müssen Grenzen aufgezeigt werden", so Gruber. Mit der Wolfsverordnung habe man "das derzeit maximal Mögliche umgesetzt, um bei Problem- und Schadwölfen eingreifen zu können".

Der Kärntner Landwirtschaftskammer-Präsident Siegfried Huber befürchtete, dass Wölfe im Winter, wenn es auf den Bergen schneit, in die Täler drängen würden. Er forderte die EU-Kommission auf, "endlich ihre sture Haltung beim Thema Wolf" aufzugeben und den Schutzstatus des Wolfes zu senken. Kärnten solle als "wolfsfreie Zone" ausgewiesen werden, solche Zonen würde es etwa in Schweden geben. Dort sei ein einfacher Abschuss von Wölfen möglich, weil der Erhalt der traditionellen Rentierhaltung als höherrangig angesehen werde als der strenge Artenschutz.

Ähnliche Forderungen kamen am Mittwoch auch von dem freiheitlichen Landwirtschaftskammer-Vizepräsidenten Manfred Muhr. Er kritisierte auch den Landesrat Gruber, es gebe zwar eine Wolfsverordnung, "die sich aber als völlig sinnlos erweist und die Wölfe überhaupt nicht beeindruckt" - immerhin habe es heuer keinen einzigen Abschuss eines Wolfes, dafür aber mehr als 300 nachgewiesene Risse von Schafen gegeben.

Quelle: Agenturen