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"Massives Fischsterben" in der Lavant nach Industrieunfall

Heute, 10:58 · Lesedauer 1 min

Nach einem Industrieunfall im Kärntner Lavanttal vor knapp zwei Wochen haben Erhebungen des Landes ein "massives Fischsterben" gezeigt. Günther Weichlinger, Leiter der Umweltabteilung, bestätigte auf APA-Anfrage entsprechende Medienberichte. "Ein erheblicher Schaden ist eingetreten durch die Einleitung der Lauge in die Lavant." Kleinlebewesen seien mitbeprobt worden, diese Auswertung dauere aber noch an. "Davon wird abhängen, wie schnell eine Wiederbesiedelung möglich ist."

Die Verluste sind an den verschiedenen untersuchten Stellen unterschiedlich, je nach Strömungsverhältnissen des Flusses. Betroffen vom Fischsterben sind Speisefische, etwa die Bachforelle, aber auch seltene Fische, wie etwa der Streber, die nur schwer wieder anzusiedeln sein werden. Weichlinger: "Alles, was man züchten kann, kann man einsetzen, aber die seltenen Fische müssten sich selbst wieder ansiedeln." Der Bericht des Landes werde nicht veröffentlicht, den Fischereiberechtigten und dem betroffenen Industriebetrieb wurde er aber übermittelt, erklärte Weichlinger. Voraussichtlich werden die Daten wohl auch Beweismittel in einem Ermittlungsverfahren werden.

Ursache des Fischsterbens war eine Betriebsstörung in St. Gertraud, bei der laut Polizei am Abend des 7. März eine unbekannte Menge Mischlauge in das betriebliche Kanalsystem geflossen ist. Von dort gelangte es in die Kläranlage St. Andrä und weiter in die Lavant.

Zusammenfassung
  • Nach einem Industrieunfall im Kärntner Lavanttal wurden laut Landeserhebungen erhebliche Mengen Lauge in die Lavant eingeleitet, was zu einem massiven Fischsterben führte.
  • Betroffen sind sowohl Speisefische wie die Bachforelle als auch seltene Arten wie der Streber, die sich nur schwer wieder ansiedeln lassen.
  • Die Ursache war eine Betriebsstörung am 7. März in St. Gertraud, bei der eine unbekannte Menge Mischlauge über die Kläranlage St. Andrä in die Lavant gelangte.