APA - Austria Presse Agentur

Marsch für attackierten Busfahrer in Frankreich

08. Juli 2020 · Lesedauer 2 min

In Bayonne im Südwesten Frankreichs haben rund 6.000 Menschen an einem Marsch für einen bei einem Angriff lebensgefährlich verletzten Busfahrer teilgenommen. In Paris, Straßburg, Bordeaux und weiteren Städten stoppten Busse um 19.30 Uhr für eine Schweigeminute. Der Busfahrer hatte mehreren Menschen ohne Schutzmaske das Einsteigen verwehrt und war daraufhin attackiert worden.

Sie habe nicht mit so viel Unterstützung gerechnet, sagte die Frau des verletzten Busfahrers dem Fernsehsender BFMTV. Sie könne nicht sagen, dass es ihrem Mann besser gehe, aber es gebe ein wenig Hoffnung. Die Justiz werde ihr helfen, ihren Mann zu rächen, sagte die Frau.

Der Angriff auf den 59 Jahre alten Busfahrer hatte in Frankreich für Entsetzen gesorgt. Berichten zufolge hatte der Fahrer am Sonntag im nahe der Grenze zu Spanien gelegenen Bayonne mehreren Menschen an einer Haltestelle zurückgewiesen. Sie wollten demnach trotz Maskenpflicht ohne Schutzmasken und gültige Fahrscheine in den Bus einsteigen. Die Zurückgewiesenen griffen den Busfahrer an, er wurde heftig auf den Kopf geschlagen. Er sei hirntot, aber sein Herz schlage noch, sagte seine Frau.

Vier Tatverdächtige seien festgenommen worden, berichtete die Nachrichtenagentur AFP. Gegen zwei von ihnen, einem 22- und einen 23-Jährigen, werde wegen versuchten Totschlags ermittelt, gegen die zwei weiteren Verdächtigen wegen unterlassener Hilfeleistung.

Der Bus fuhr für einen Verkehrsverbund in der ländlichen Region im Département Pyrénées-Atlantiques. Als Reaktion auf den Angriff auf ihren Kollegen haben Busfahrer des Verbunds zu Beginn der Woche von ihrem Recht Gebrauch gemacht, wegen hoher psychischer Belastung ihre Arbeit zeitweise niederzulegen.

Quelle: Agenturen