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Mars-Konzern beliefert Billa und Penny nicht mehr

07. Okt. 2022 · Lesedauer 3 min

Der US-Nahrungsmittelkonzern Mars verlangt aus Sicht des Handelskonzerns REWE "überzogene Preise". Die Billa- und Penny-Mutter kann das nicht nachvollziehen. Nun hat Mars die Belieferung der REWE-Gruppe eingestellt.

Gegenüber den "Salzburger Nachrichten" bestätigt REWE-Sprecher Paul Pöttschacher, dass der Konzern in Österreich (Billa, Penny) derzeit keine Produkte des Mars-Konzern mehr geliefert bekommt. Das betreffe nicht nur Riegel wie Snickers oder Mars, sondern auch Hunde- und Katzenfutter wie Pedigree und Whiskas, sowie Wrigley's-Kaugummi oder Ben's-Reis. 

Preise "überzogen und nicht nachvollziehbar"

Mars habe höhere Preise verlangt, "und zwar in einem Ausmaß, das wir nicht nachvollziehen können und das für uns überzogen ist", so Pöttschacher. Er habe darauf hingewiesen, dass die Preise vergleichbarer Konkurrenzprodukte weniger stark gestiegen seien und dass Mars in anderen Ländern für seine Produkte weniger verlange. "Wir werden nicht zulassen, dass Kunden in Österreich deutlich mehr zahlen als in anderen Ländern", zitieren die "Salzburger Nachrichten" den Sprecher.

Mars habe geringere Preissteigerungen nicht akzeptiert und daher die Belieferung eingestellt. Es werde aber noch verhandelt und angesichts von Vorräten seien die Kunden noch nicht betroffen. Es handle sich jedenfalls nicht um eine "Auslistung" von Mars-Produkten.

Pringles & Haribo: Probleme auch mit anderen Produkten

Probleme gebe es auch mit einzelnen Produkten anderer internationaler Marken. Dazu gehören der Streichkäse Philadelphia von der Milka-Mutter Mondelez, Pringles-Chips von Kellogg's und manche "Nebenprodukte" von Haribo. Mit den großen heimischen Produzenten habe sich Rewe dagegen bisher immer einigen können, so Pöttschacher.

Keine Äußerung von Mars Österreich 

Auch der Schweizer Einzelhandelsriese Coop hat mehrere Produkte des Markenmultis Mars aus dem Sortiment gestrichen, weil Mars aus Sicht von Coop beim ganzen Sortiment "überdurchschnittliche Preiserhöhungen" umsetzen wollte. Coop schlägt seinen Kunden Alternativen aus den eigenen Produktreihen vor. Mars beliefert auch in Deutschland Rewe sowie Edeka derzeit nicht. Edeka streitet auch mit Coca-Cola über die Belieferung.

Spar-Sprecherin Nicole Berkmann nennt die Preisverhandlungen mit der Industrie "extrem zäh". "Bisher konnten wir uns zuletzt immer einigen, ausschließen können aber auch wir hier nichts mehr", sagte sie.

Im Gegenzug boomt der Absatz der Eigenmarken der Handelsketten, wie auch Pöttschacher und Berkmann in den "SN" bestätigen.

Bei Mars Österreich wollte man sich am Donnerstag zu dem Streit nicht äußern. Auch Mondelez-Sprecherin Livia Kolmitz bestätigte zwar den Lieferstopp bei Philadelphia, zu laufenden Verhandlungen wolle man aber nichts sagen.

Quelle: Agenturen / Redaktion / ddj