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Künstler Gottfried Kumpf mit 91 gestorben

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Sein Bild einer Sonne steht an der Autobahn, wenn man die Grenze ins Burgenland überquert. Dort, an seinem Wahlwohnort, aber auch weit über die Grenzen des Burgenlandes hinaus kennt man ihn, seine Malerei und sein Markenzeichen, die "Asozialen". Maler und Bildhauer Gottfried Kumpf ist am Montag völlig unerwartet gestorben.

Kumpfs naiv wirkende, von ihm liebevoll "Asoziale" getaufte Figuren und Skulpturen erlangten große Bekanntheit. Dessen Schöpfer ist am Montag nach einem Herzstillstand völlig unerwartet gestorben. Das gab seine Frau Guni am Mittwoch gegenüber der APA bekannt. "Er hat bis zu seinem letzten Tag sein künstlerisches Schaffen unbeirrt und mit Freude weitergeführt und war voller Pläne für die Zukunft", hieß es in einer Mitteilung. Kumpf wurde 91 Jahre alt.

Geboren wurde Gottfried Kumpf am 29. November 1930 im Salzburgischen Annaberg-Lungötz. Nicht nur, dass hier 2005 ein Weg nach ihm benannt und im Jahr darauf der "Eulenbrunnen" errichtet wurde, gestaltete Kumpf 2019 eine "Kumpf-Gondel" der Donnerkogelbahn. Und die Gemeinde ernannte ihren großen Sohn mittlerweile zum Ehrenbürger, auch wenn Kumpf seine künstlerische Karriere andernorts startete.

Seit 1968 im Burgenland

Nach der Matura in Schärding und dem Medizinstudium widmete sich der Sohn eines Landarztes ganz der Malerei. Seit 1965 arbeitete Kumpf als freischaffender Maler. Nach mehreren Jahren in Wien zog Gottfried Kumpf 1968 mit seiner ersten Frau, der akademischen Malerin und Gobelinweberin Maria Plachky, ins Burgenland. Das Paar ließ sich in Breitenbrunn nieder, wo es einen Streckhof aus dem 17. Jahrhundert restaurierte.

1970 unternahm Kumpf dann auch einen Ausflug ins Filmgenre und stand gemeinsam mit Helmut Qualtinger in Bernhard Wickis Spielfilm "Das falsche Gewicht" in Ungarn vor der Kamera. Im Zuge des Drehs entstanden auch einige malerische Werke zu einzelnen Filmszenen. Anfang der 70er-Jahre entstehen erste bildhauerische Arbeiten, u.a. ein Sandsteinbrunnen.

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Der "Asoziale" als Markenzeichen

Zu dieser Zeit schlägt auch die Geburtsstunde der ersten "Asozialen", die auch auf zahlreichen seiner Bilder zu sehen sind. Über sie hieß es auf Kumpfs Website: "Asozial ist in diesem Sinn nicht negativ gemeint und bedeutet, dass er neben der Gesellschaft als Einzelgänger existiert." Zur selben Zeit entstanden auch erste Lithografien und Radierungen. Hinzu kommen immer wieder Kinderbücher, die Kumpf illustrierte: etwa Dietmar Schönherrs "Ruzzitu" oder Werke von Thomas Brezina (u.a. "Dicke Freunde" oder "Abu").

Es folgten zahlreiche Kooperationen und Gemeinschaftsprojekte: Gemeinsam mit Gerhard Tötschinger schuf er das Rätselbuch "Der Ring des letzten Kaisers". Seine charakteristisch gewordene rote Sonne findet sich auf auch dem Cover von Toni Strickers Schallplatte "Erdverbunden". Für die ORF-Produktion "Wir waren Zwölf - Die Babenberger" zeichnete er die Trickfiguren.

Liebe zur Natur

Seine Liebe zum Burgenland äußerte Kumpf 1980 auch mit der Mitwirkung an einer Kampagne zur Rettung des Naturschutzgebiets "Lange Lacke": Sein Gemälde "Löffler über der Langen Lacke" wurde als Poster verkauft und geriet zu einem der bekanntesten Arbeiten des Künstlers. Auch mit der ersten von ihm gestalteten Briefmarke 1983 huldigte er seinem Wahl-Bundesland ("Abendsonne über dem Burgenland"), es folgte weitere Serien, u.a. zu den Olympischen Spielen 1996. Zu einem seiner erfolgreichsten Kunstbücher wurde 1988 "Der Maler Kumpf" mit Texten von Alfred Komarek, in den Folgejahren erschienen die Bücher "Hommage an Österreich" und "Sternbilder", ebenfalls mit Texten des Autors.

Kumpf-Tiere in Schönbrunn und vor dem NHM

Ins Wiener Stadtbild begann sich Kumpf 1989 einzuschreiben, als er den Auftrag erhielt, Stahlskulpturen für den Wiener "Adventzauber" zu entwerfen, die in Folge 16 Jahre lang Teil des Konzepts blieben. Die erste von vielen großen Bronzeskulpturen im Wiener Tiergarten Schönbrunn war 1990 ein Nilpferd, es folgten u.a. Pandas oder ein "Froschkönig". Ein Bronze-Elefant wurde 2004 vor dem Naturhistorischen Museum Wien aufgestellt.

In den 1990er-Jahren folgte Kumpfs Hinwendung zur Architektur. So gestaltete er etwa die Autobahnstation Göttlesbrunn inklusive Restaurant und Hotel, für das Wasserwerk Wien gestaltete er den Vorplatz des Wassereinlaufwerks Bisamberg als Skulpturenpark. Für die Seefestspiele Mörbisch schuf er 1993 das Bühnenbild von "Der Zigeunerbaron". Mit der Therme Stegersbach setzte er einen weiteren Großauftrag um.

1990 wurde Gottfried zum Professor ernannt. 2003 erhielt er anlässlich des 40-jährigen Bestehens des WWF in Österreich vom damaligen Direktor des Tiergartens Schönbrunn, Helmut Pechlaner, den "Living Planet"-Orden. 2005 erhielt er das "Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse".

ribbon Zusammenfassung
  • Sein Bild einer Sonne steht an der Autobahn, wenn man die Grenze ins Burgenland überquert.
  • Dort, an seinem Wahlwohnort, aber auch weit über die Grenzen des Burgenlandes hinaus kennt man ihn, seine Malerei und sein Markenzeichen, den "Asozialen".
  • Maler und Bildhauer Gottfried Kumpf ist am Montag völlig unerwartet gestorben.

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