APA - Austria Presse Agentur

Magier Roy Horn an Covid-19-Erkrankung gestorben

Mai 09, 2020 · Lesedauer 4 min

Der Magier Roy Horn des weltberühmten Duos "Siegfried und Roy" ist am Freitag an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben. Der deutschstämmige Dompteur starb im Alter von 75 Jahren in einem Krankenhaus in Las Vegas, wie US-Medien am Freitag unter Berufung auf Horns Sprecher berichteten. Horn war vor einer Woche positiv auf das Coronavirus getestet worden.

"Heute hat die Welt einen der großen Magier verloren, und ich meinen besten Freund", erklärte Siegfried Fischbacher, der jahrzehntelange Magier-Partner des Verstorbenen, laut US-Medien. Einen Siegfried ohne Roy hätte es nie gegeben, "und keinen Roy ohne Siegfried", erklärte Fischbacher demnach weiter. "Roy war sein ganzes Leben lang ein Kämpfer, auch in diesen letzten Tagen." Er dankte den Ärzten und Krankenschwestern im Mountain View Hospital. Sie hätten "heldenhaft gegen das heimtückische Virus" gekämpft".

Horn und Fischbacher wurden für ihre Auftritte in extravaganten Kostümen und mit wilden Tieren - neben Tigern auch Elefanten und Schlangen - weltbekannt. Nach einem schweren Unfall bei einer Show in Las Vegas im Oktober 2003, der sich an seinem 59. Geburtstag ereignete, zog sich Horn aus der Öffentlichkeit zurück.

Ein weißer Tiger hatte Horn bei dem Vorfall auf der Bühne lebensgefährlich verletzt: Der dressierte Tiger packte den Dompteur am Hals und zerrte ihn von der Bühne. Horn verlor dabei viel Blut, zudem erlitt er einen Schlaganfall und eine einseitige Lähmung. Mit einer dreistündigen Notoperation retteten die Ärzte ihm damals das Leben. Horn betonte nach dem Unfall immer wieder, dass der Angriff nicht die Schuld des weißen Sibirischen Tigers Mantecore gewesen sei.

Horn war 1944 in Nordenham bei Bremen geboren worden. Bereits bei der Auswahl seiner ersten Haustiere fühlte sich Horn zu exotischen Tieren hingezogen - einem Wolfshund namens Hexe und einem Geparden namens Chico, die er beide aus dem Bremer Zoo aufnahm.

1957 lernte er Fischbacher an Bord eines Kreuzfahrtschiffes kennen, auf dem beide als Animateure arbeiteten. Seit 1959 gingen sie zusammen auf Tour - zunächst in Europa, später in den USA. Ende der 60er Jahre gaben sie in Las Vegas ihr Debüt. Seit 1990 gehörten sie bis zu dem Tiger-Unfall zum festen Programm des berühmten Hotels Mirage in der US-Spielermetropole.

Nach dem Unfall traten Siegfried und Roy nur noch ein Mal im Jahr 2009 öffentlich auf, ein Jahr später zogen sie sich endgültig aus dem Showgeschäft zurück. In den letzten Jahren seines Lebens widmete sich Horn größtenteils dem Schutz von Wildtierbeständen. Horn hinterlässt seinen Bruder, Werner Horn.

Zahlreich waren die Reaktionen auf den Tod Horns. Der Illusionist David Copperfield würdigte ihn als "wunderbaren Künstler" und "Legende". Er habe nicht nur für die Unterhaltung, sondern auch für die Gesellschaft viel getan, ergänzte Copperfield auf Twitter.

Auch Hollywood-Star Arnold Schwarzenegger zeigte sich betroffen. "Ich habe Roys Magie und seine Stunts geliebt. Ich kann nicht glauben, dass er nicht mehr da ist", schrieb er auf Twitter. "Ich habe es immer geliebt, Siegfried & Roy zu sehen, zwei großartige Einwanderer, die einen neuen Unterhaltungsmaßstab gesetzt haben. Niemand konnte mit ihrem Talent und ihrer Energie mithalten. Sie hatten buchstäblich die beste Show in der Geschichte von Vegas", fügte der Schauspieler und frühere Gouverneur Kaliforniens hinzu.

Der Schauspieler und Sänger David Hasselhoff reagierte ebenfalls bestürzt. "Ich werde Roy, den wahren Tiger King, vermissen!", schrieb er auf Twitter und postete dazu ein Foto mit dem Künstlerduo. Zugleich sprach er Fischbacher "in dieser traurigen, traurigen Zeit" Mut zu.

Auch aus der Politik kamen Trauerbekundungen. Der Gouverneur von Nevada, Steve Sisolak, schrieb: "Vielen Dank, Roy, für die jahrelange Unterhaltung der Menschen in Nevada und der Besucher." Seine Gedanken und Gebete seien mit der Familie des gestorbenen Magiers.

Die Bürgermeisterin der Casino-Stadt, Carolyn Goodman, sagte, "Siegfried & Roy" stünden für das, was Las Vegas als Unterhaltungsmetropole der Welt ausmache. Das Duo habe eine mehr als spektakuläre, unnachahmbare Show geboten. "Wir sind am Boden zerstört über den Verlust von Roy, eines einzigartigen Entertainers und lieben Freundes."

Quelle: Agenturen