Männliches Lawinenopfer in Tirol wurde identifiziert
In der Unterkunft des Mannes wurde man stutzig, nachdem sich die Skier des Gastes nicht im Skiraum befunden hatten. Sein Handy lag jedoch im Zimmer. Die Polizei suchte daraufhin in Krankenhäusern und bei Ärzten, allerdings fehlte von dem Mann zunächst jede Spur. Schließlich fanden die Beamten heraus, dass der Gesuchte am Donnerstag um kurz vor 10.00 Uhr zuletzt das Drehkreuz der Pardatschgratbahn passiert hatte.
Am Freitagvormittag wurde dann das 60 Meter breite und 90 Meter lange Schneebrett mit einer Anrisshöhe von 20 bis 60 Zentimetern von der Pistenrettung Silvretta bemerkt. Es folgte eine großangelegte Suchaktion unter Beteiligung der Alpinpolizei, mehrerer Bergrettungsstellen und einer Hundestaffel. Dann wurde ein aus den Schneemassen ragender Skistock gefunden. Dies führte letztlich zur Ortung und Bergung des Leichnams aus einer Tiefe von etwas über einem Meter. Der Mann hatte keine Lawinenausrüstung bei sich.
Die Schneemassen hatten sich laut Lawinenwarndienst Tirol im Velilltal westlich des Bürkelkopfs in der Samnaungruppe in einem extrem steilen Nordhang auf etwa 2.500 Meter Seehöhe gelöst. Der Warndienst analysierte in einer Presseaussendung am Samstag, dass im Gebiet der Lawine der über eine Woche alte und unter starkem Windeinfluss gefallene Schnee ein Brett bildete. Darunter würde man ausgeprägte Schwachschichten aus kantigen Kristallen und sogenannten Becherkristallen finden. Darunter läge wiederum eine Regenkruste von Anfang Dezember. "Bei unseren Stabilitätsuntersuchungen lösten sich Schneeblöcke entweder bereits beim Ausschneiden oder aber bei leichtem Klopfen", hieß es in der Aussendung vom Samstag.
Zusammenfassung
- Ein 39-jähriger chinesischer Staatsbürger mit Wohnsitz in Dresden wurde am Freitag nach einem Lawinenabgang in Ischgl (Tirol) tot aus über einem Meter Tiefe geborgen.
- Die 60 Meter breite und 90 Meter lange Lawine im Velilltal westlich des Bürkelkopfs wurde vermutlich schon am Donnerstag ausgelöst, wobei der Mann keine Lawinenausrüstung bei sich hatte.
- Laut Lawinenwarndienst Tirol war die Schneedecke auf etwa 2.500 Meter durch Wind und ausgeprägte Schwachschichten hochgradig instabil, was zu dem Unglück führte.
