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Macheten-Mord: Polizei machte neue Zeugen ausfindig

Vor knapp zwei Wochen wurde ein 31-jähriger Mann bei der U6-Station Jägerstraße in Wien-Brigittenau mit einer Machete getötet. Die Polizei konnte jetzt zwei Zeugen ausforschen.

Laut Landespolizeidirektion Wien handelt es sich um zwei Männer, die sich in der Wohnung befanden, in der sich auch das Opfer zuletzt aufhielt. Sprecher Philipp Haßlinger erklärte gegenüber der APA, dass die beiden wegen des Verdachts des Suchtmittelhandels festgenommen worden sein. Sie gelten in den Mordermittlungen jedoch lediglich als Zeugen

Die entsprechende Wohnung konnte zuletzt von den Ermittlern ausfindig gemacht werden. Laut Landespolizeidirektion stand jedoch nicht fest, ob das Opfer an der Adresse auch gemeldet war. "Das ist Gegenstand der Ermittlungen", so Haßlinger. Die Polizei fand bei einer Hausdurchsuchung knapp 450 Gramm Marihuana und knapp 1,2 Kilogramm Cannabisharz. Bei den beiden festgenommenen Zeugen handelt es sich um einen Libyer (34) und einen Algerier (29).

Tatwaffe beim Gassigehen entdeckt

In der vorletzten April-Woche habe APA-Informationen zufolge eine Hundebesitzerin beim Gassigehen am Leipziger Platz die Tatwaffe in einem Gebüsch gefunden. Sie nahm die Tatwaffe in einem sogenannten "Gackerl-Sackerl" mit nach Hause. Letzte Woche brachte sie die eingepackte Machete auf eine Polizeiinspektion, nachdem ihr aufgrund von Medienberichten klar wurde, dass es sich dabei um ein wichtiges Beweismittel handeln könnte.

Kein radikalislamischer Hintergrund

Gerüchte, dass die Tat aus radikalislamischen Hintergrund geschah, dementierten die Ermittler. Darauf gebe es aktuell keine Hinweise, so die Polizei. Sie bestätigten jedoch einen Bericht der "Kronen Zeitung", wonach auf den Videoaufnahmen rund um den Tatort bei der U6-Station Wien-Jägerstraße ausschließlich Schatten zu sehen seien. "Brauchbares Videomaterial ist bisher nicht gefunden worden", hieß es aus der Landespolizeidirektion. Aktuell laufe die Auswertung der Handys und DNA-Spuren.

Die Ermittler gehen derzeit von einer Tat im Suchtgiftmilieu aus. Die einschlägigen Vorstrafen des Opfers wegen Drogendelikten würden darauf hindeuten, so Haßlinger. "Gegen das Opfer bestanden zwei aufrechte Festnahmeanordnungen der Staatsanwaltschaft wegen Verbrechens und wegen Vergehens nach dem Suchtmittelgesetz".

Keine Gefahr für die Bevölkerung

Zu der Anzahl der Täter wolle die Polizei keine Angaben machen. "Es ist aufgrund des Tatbildes, vorliegenden Erkenntnissen und der Erfahrung nach davon auszugehen, dass man es mit mehreren Tätern zu tun hat", so die Polizei. Derzeit gehen die Kriminalisten davon aus, dass die Täter nach Frankreich oder Nordafrika geflüchtet sein könnten. 

Die Polizei betonte, dass für die Bevölkerung keine Gefahr bestehe. "Es gibt immer Täter-Opfer-Beziehungen. Dass sich solche Fälle auf Unbeteiligte auswirken, ist äußerst selten", so Haßlinger. Zu dem Macheten-Angriff kam es in der Nacht auf den 20. April bei der U6-Station Jägerstraße. Der 31-jährige Algerier wurde laut Polizei bewusst bei dem Angriff verstümmelt. Er erlag seinen Verletzungen daraufhin im Spital.

ribbon Zusammenfassung
  • Vor knapp zwei Wochen wurde ein 31-jähriger Mann bei der U6-Station Jägerstraße in Wien-Brigittenau mit einer Machete getötet.
  • Die Polizei konnte jetzt zwei Zeugen ausforschen.
  • Laut Landespolizeidirektion Wien handelt es sich um zwei Männer, die sich in der Wohnung befanden, in der sich auch das Opfer zuletzt aufhielt.
  • Sie gelten in den Mordermittlungen jedoch lediglich als Zeugen.