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Lufttrockenheit und Hitze in Europa auf Rekord-Niveau

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Die Luft in Europa war seit der vorindustriellen Zeit nicht mehr so trocken. Besonders die Landwirtschaft muss daher vermehrt auf Bewässerungen zurückgreifen. Außerdem war 2023 das Jahr der Hitze-Rekorde.

So trocken wie die Luft heute ist, war sie das letzte Mal vor 400 Jahren, erkannte ein internationales Forschungsteam. Das hat Folgen für Natur und Landwirtschaft, führt aber auch zu einer erhöhten Waldbrandgefahr sowie Dürreperioden

Ein internationales Team aus 67 Forschenden unter der Leitung von Kerstin Treydte von der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) rekonstruierte das sogenannte Dampfdruckdefizit ("Wasserdurst" der Luft) seit dem Jahr 1600.

Sie untersuchten auch das Isotopenverhältnis aus leichtem und schwerem Sauerstoff in Baumringen aus dem europäischen Netzwerk von Waldstandorten. Auch die BOKU, respektive Michael Grabner und Rupert Wimmer vom Institut für Holztechnologie, beteiligten sich mit Baumproben.

Emissionen für Trockenheit verantwortlich 

Sie fanden heraus, dass die Lufttrockenheit im Vergleich zur vorindustriellen Zeit besonders hoch ist. Ohne Treibhausgas-Emissionen hätte dieser Wert außerdem nicht erreicht werden können.

In der Landwirtschaft sei die Lufttrockenheit unter anderem dafür verantwortlich, dass mehr Bewässerungen nötig sind und die Erträge sinken. Österreich könnte die hohe Lufttrockenheit daher besonders treffen. Gerade in den dichtbesiedelten Regionen Europas sei die Situation schon jetzt besorgniserregend. 

2023 war so heiß wie 2018

Neben einer hohen Lufttrockenheit, brachte das Jahr 2023 außerdem überdurchschnittlich warmes Wetter. In der Klimabilanz der Geosphere Austria liegt das Jahr 2023 damit gleichauf mit 2018 in der 256-jährigen Messgeschichte.

Die Monate Jänner, Juni, Juli, September und Oktober reihten sich unter die zehn wärmsten der jeweiligen Messreihe. In Summe bestätigte 2023 den Trend zu einem immer wärmeren Klima, so Geosphere Austria. 

Hitze 2023APA

2023 und 2018 waren in der 256-jährigen Messgeschichte der Geosphere Austria in der vorläufigen Auswertung die wärmsten Jahre im Tiefland Österreichs. 

Weltweit wird 2023 nach Einschätzung von Klimaexperten der Vereinten Nationen (UNO) wohl das wärmste Jahr seit der Industrialisierung werden.

Der Abstand zu den vorher heißesten Jahren 2016 und 2020 sei schon bis Ende Oktober so groß gewesen, dass November und Dezember daran praktisch nichts mehr ändern könnten, berichtete die Weltwetterorganisation (WMO) Ende November in ihrem vorläufigen Bericht über den Zustand des Weltklimas.

ribbon Zusammenfassung
  • Die Luft in Europa war seit der vorindustriellen Zeit nicht mehr so trocken, wie ein internationales Forschungsteam erkannte.
  • Besonders die Landwirtschaft muss daher vermehrt auf Bewässerungen zurückgreifen.
  • Außerdem war 2023 das Jahr der Hitze-Rekorde.
  • In der Klimabilanz der Geosphere Austria liegt das Jahr 2023 damit gleichauf mit 2018 in der 256-jährigen Messgeschichte.
  • Weltweit wird 2023 nach Einschätzung von Klimaexperten der Vereinten Nationen (UNO) wohl das wärmste Jahr seit der Industrialisierung werden.

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