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Lockdown-Ende: Rätselraten in Shanghai

30. Mai 2022 · Lesedauer 2 min

Zwei Tage vor den geplanten Lockerungen der strengen Corona-Auflagen in Shanghai herrscht in der chinesischen Wirtschaftsmetropole noch weitgehend Unklarheit über den Weg aus dem Lockdown.

Den Unternehmen wurde zwar bereits erlaubt, ihren Betrieb wieder aufzunehmen. Die meisten der 25 Millionen Einwohner waren am Montag aber noch nicht darüber informiert, wann sie ihre Wohngebiete wieder verlassen dürfen.

Straßenverkehr ruht 

Ohne vorherige Genehmigung durften auch zunächst keine Privatfahrzeuge auf den Straßen fahren, und ein Großteil des öffentlichen Nahverkehrs ruhte weiterhin. Shanghai hatte am Sonntag angekündigt, dass der seit zwei Monaten dauernde Lockdown ab Mittwoch im Wesentlichen aufgehoben werden soll.

Finanzmarkt vor Öffnung 

Dann sollen auch 240 Finanzinstitute wiedereröffnen. Ein Mitarbeiter einer ausländischen Bank sagte, in seinem Unternehmen gebe es bisher kaum Hinweise zum weiteren Vorgehen. Die Personalabteilung habe mitgeteilt, dass das Management nicht wisse, ob die Belegschaft am Mittwoch zur Arbeit zurückkehren könne. "Nichts ist klar, und die Bank hat auch keine Ahnung", sagte der Banker, der anonym bleiben wollte.

Widersprüchliche Angaben 

Die staatliche Zeitung "Securities Times" berichtete unterdessen, die städtischen U-Bahn-Betreiber hätten ihre Mitarbeiter aufgefordert, sich für Mittwoch auf eine vollständige Wiederaufnahme der Arbeit vorzubereiten. Derzeit sind vier der 20 U-Bahn-Linien in Betrieb. Im März hatte Shanghai wegen wieder aufflammender Corona-Infektionen einen Lockdown verhängt. Das öffentliche Leben wurde in zwei Stufen bis zum 5. April heruntergefahren.

Abwärtstrend hält an 

Für Sonntag wurden in Shanghai weniger als 100 Corona-Fälle gemeldet. Dies spiegelt den Abwärtstrend bei den Infektionszahlen in China insgesamt wider. Die Volksrepublik verfolgt eine "Null-Covid"-Strategie, mit der Ausbrüche der Krankheit um praktisch jeden Preis verhindert werden sollen. Die harten Maßnahmen vor allem in den Metropolen setzen der chinesischen Wirtschaft zu, bringen weltweit Lieferketten aus dem Tritt und sorgen für Verwerfungen im internationalen Handel.

Quelle: Agenturen / Redaktion