APA - Austria Presse Agentur

Lampedusa: 1.000 Migranten in 24 Stunden eingetroffen

24. Aug 2021 · Lesedauer 2 min

Die italienische Mittelmeer-Insel Lampedusa ist erneut mit einer starken Migrationsbewegung konfrontiert. In weniger als 24 Stunden landete am Dienstag eine Rekordzahl von 22 Booten mit mehr als 1.000 Menschen an Bord auf der Insel. Das einzige Flüchtlingslager auf Lampedusa ist heillos überfüllt.

Angesichts der anhaltenden Migrationswelle forderte die mitregierende rechte Lega den Rücktritt der italienischen Innenministerin Luciana Lamorgese. "Ich frage mich, was die Ministerin in diesen Monaten getan hat, um die Migrationswelle einzudämmen. Es wird notwendig, über einen Ministerwechsel nachzudenken", sagte Lega-Chef Matteo Salvini.

Tunesische Marine hielt 159 Flüchtlinge auf

Das Innenministerium erwiderte, dass seit Anfang dieser Woche eine direkte Kommunikationsverbindung zwischen den italienischen und tunesischen Behörden zum schnellen Austausch von Informationen über Boote mit Migranten, die die Küsten des nordafrikanischen Landes verlassen, und über kriminelle Aktivitäten im Zusammenhang mit Schlepperei aktiv ist. Allein am Montag habe die tunesische Marine elf Versuche der irregulären Migration verhindert und insgesamt 159 Flüchtlinge aufgehalten, berichtete das Innenministerium in Rom. Anderen Booten gelang es jedoch, die tunesische Küste zu verlassen.

"Die Menschen verschiedener Nationalitäten landen nach zwei oder drei Tagen auf See in Lampedusa. Viele von ihnen berichten, dass sie in den Zentren, in denen sie vor ihrer Ausreise festgehalten wurden, geschlagen und gefoltert wurden. Leider ist dies der tragische Zustand derjenigen, die aus Libyen kommen, wo sich die Situation nicht geändert hat", sagte Alida Serracchieri, Krankenschwester mit Spezialisierung auf Tropenkrankheiten und Gesundheitskoordinatorin des Projekts von Ärzte ohne Grenzen auf Lampedusa.

Seit Juni letzten Jahres arbeitet ein Spezialistenteam der Hilfsorganisation mit Ärzten, Krankenschwestern, Psychologen und Kulturvermittlern auf der Insel, um die Notlage der Migranten zu bewältigen. In den letzten drei Monaten hat das Team von Ärzte ohne Grenzen etwa 10.000 Migranten geholfen.

Quelle: Agenturen / pea