Krankenhaus Hietzing: Patienten müssen schneller auf die Intensivstation

24. März 2021 · Lesedauer 2 min

Die Lage in den Wiener Intensivstationen ist angespannt. Stephan Kettner, Intensivmediziner im Krankenhaus Hietzing, berichtet im Interview mit PULS 24 Anchor René Ach von Patienten, die bereits in andere Spitäler verlegt werden mussten. Bei der neuen Virusmutation würden Erkrankte auch schneller auf die Intensivstation verlegt werden.

Die Lage im Krankenhaus Hietzing sei "angespannt und sehr geordnet", sagte der Intensivmediziner Stephan Kettner am Mittwoch im PULS 24 Interview. Kettner benennt die britische Corona-Mutation als Grund für die steigende Zahl an Patienten, die auf die Intensivstation kommen. "Die Patienten werden schneller und schwerer krank als mit der Wild-Variante, die wir im Herbst hatten. Wir haben jetzt eigentlich auf der Intensivstation durchgehend die britische Variante B.1.1.7", sagte Kettner.

Covid-Intensivbetten "durchgehend belegt"

Insgesamt habe man in Hietzing 22 Intensivbetten, acht davon seien ausschließlich für Corona-Patienten reserviert. "Diese acht Covid-Betten sind derzeit eigentlich durchgehend belegt und wir müssen regelmäßig Patienten in andere Spitäler transferieren", sagte der Intensivmediziner. Wenn man sich jedoch an die dafür vorgesehen Maßnahmen halte, so würden noch genügend Ressourcen zur Verfügung stehen, erklärte Kettner.

Im Stufenplan "immer weiter nach oben"

Allerdings bewege man sich im "Stufenplan der Eskalation" der Stadt Wien "immer weiter nach oben", sagte Kettner. "Wir bereiten jetzt die Stufe acht vor – das ist schon relativ hoch, ergänzte der Mediziner. Die Stufe acht sei die bisher höchste Stufe des Plans. Auf Grund der Ausbreitung der britischen Corona-Variante sei man laut Kettner bereits dabei eine neunte Stufe zu planen und vorzubereiten. Die Pläne dazu sollen demnächst fertig sein. Die Stufen werden von der Generaldirektion in Absprache mit der MA24 und der Partner Krankenhäusern beschlossen, erklärte Kettner im Interview.

Patienten schneller auf der Intensivstation

Im Vergleich zur Situation im Herbst würden die Patienten schneller auf die Intensivstation kommen. Waren es im November je nach Datenlage zwischen zehn und dreizehn Tage, so würden laut Kettner Patienten nach rund acht Tagen bereits auf die Intensivstation verlegt werden. "Wir können zunehmend immer mehr Betten für Covid-Patienten bereitstellen, das ist anstrengend, aber natürlich machbar", sagte Kettner. Im Umkehrschluss bedeute dies allerdings, dass weniger Betten für Notfälle und andere Erkrankungen zur Verfügung stehen würden. Noch habe man keinen Patienten ablehnen müssen, dennoch sei laut dem Mediziner die Belastung bei den behandelnden Ärzten sehr hoch. 

Angela PerkonigQuelle: Redaktion / pea