APA - Austria Presse Agentur

Kufstein: Tuberkulose-Fall in Bordell – Kunden sollen sich beobachten

22. Juli 2020 · Lesedauer 2 min

Die TBC-Patientin arbeitete Anfang Juli an mehreren Tagen in dem Bordell.

Ein Aufruf, auf den Gesundheitszustand zu achten, hatte die vergangenen Wochen und Monaten meist mit Corona zu tun. Der Aufruf, der am Dienstagabend vom Land Tirol ausging, ist ein wenig pikanter, aber nicht ungefährlicher: Bei einer Frau im Bezirk Kufstein ist eine offene Tuberkulose (TBC) diagnostiziert worden. Da die Frau an mehreren Tagen im Bordell/Club in der Festungsstadt tätig war, startete das Land einen öffentlichen Aufruf. Personen, die das Bordell an jenen Tagen besuchten und näheren bzw. intimen Kontakt mit dort tätigen Damen hatten, sollten ihren Gesundheitszustand beobachten.

Mehrere Tage im Bordell gearbeitet

Konkret soll die Frau vom 3. bis 5. Juli sowie möglicherweise auch am 7. Juli im Bordell zugegen gewesen sein. Die Gesundheitsbehörde erklärte zudem, dass ein Lungenfacharzt konsultiert werden könne, um eine allfällige Ansteckung ohne Auftreten von Krankheitssymptomen frühzeitig zu erkennen.

"Umgebungsuntersuchungen im persönlichen Umfeld und am Arbeitsplatz werden vonseiten der Gesundheitsbehörde vorgenommen", informierte Bezirkshauptmann Christoph Platzgummer. Ein frühzeitiges Erkennen sei durch eine entsprechende medizinische Untersuchung, die aus einem Lungenröntgen und einem Bluttest besteht, möglich. "Auch wenn die Anonymität gerade in diesem Bereich sehr sensibel ist, appellieren wir an die möglichen Kontaktpersonen, auf sich zu achten und gegebenenfalls eine ärztliche Expertise einzuholen", betonte Platzgummer.

Sexarbeit und Corona

Galt auch für die Sexarbeit lange quasi ein Corona-Arbeitsverbot - offiziell war das Betreten von Bordellen und Laufhäusern untersagt -, ist sie seit dem 1. Juli wieder erlaubt. Rund 8.000 Sexarbeiterinnen sind in Österreich registriert. Sie waren von der Coronakrise finanziell besonders stark betroffen und hatten als Selbstständige Anspruch auf Leistungen aus dem Härtefallfonds.

Quelle: Agenturen / Redaktion / moe