APA - Austria Presse Agentur

Kosmonauten betreten nach Panne neues ISS-Labor

31. Juli 2021 · Lesedauer 2 min

Nach einer anfänglichen Panne ist ein neues russisches Forschungsmodul nun mit der Internationalen Raumstation ISS verbunden. "Vor einer Stunde hat unsere Crew das Modul "Nauka" betreten", schrieb der Chef der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos, Dmitri Rogosin, am Samstagnachmittag auf Twitter. "Ich gratuliere!" Mehrere Stunden zuvor war bereits die Luke zu dem am Donnerstag angedockten Labor "Nauka" (Wissenschaft) geöffnet worden.

Kurz nach der Ankunft des Moduls war es in der Nacht auf Freitag zu einem Zwischenfall gekommen: Offenbar wegen einer kurzzeitigen Software-Störung schalteten sich "Naukas" Triebwerke ungeplant an. Dadurch geriet die gesamte ISS in Bewegung. Die US-Raumfahrtbehörde NASA verlor für fast eine Stunde die Kontrolle über die Position der Station im All. Nach einem Notfalleinsatz gab es Entwarnung.

Nach dem Vorfall hatte die NASA den eigentlich für Freitag geplanten Start des von der Firma Boeing entwickelten "Starliner"-Raumschiffs zur ISS verschoben. Ein neuer Startversuch sei nun für Dienstag geplant, am Mittwoch solle der "Starliner" dann an der ISS andocken, teilte die NASA am Samstag mit. Mit dem unbemannten Testflug soll die Grundlage dafür geschaffen werden, dass mit dem "Starliner" künftig Astronauten zur Raumstation transportiert werden können. Das hätte eigentlich schon längst passieren sollen, aber bei einem ersten Test im Dezember 2019 hatte es das Raumschiff nicht zur ISS geschafft, unter anderem wegen eines Problems mit der automatischen Zündung der Antriebe.

Als Mehrzweckmodul ist "Nauka" vorrangig für die Forschung gedacht. Es soll aber auch als Mannschaftsquartier mit eigenem Lebenserhaltungssystem dienen. An Bord gibt es auch eine Toilette. Es misst 13 mal 4,11 Meter und wiegt mehr als 20 Tonnen.

Roskosmos erklärte am Samstag zudem erneut, bis zum Jahr 2028 solle eine eigene russische Raumstation fertig sein. Der wissenschaftlich-technische Rat der russischen Raumfahrtbehörde habe dem bereits angekündigten Bau zugestimmt. Aus der in die Jahre gekommenen ISS wollen die Russen sich zurückziehen.

Quelle: Agenturen