Klimaaktivisten marschieren gegen Wiener Lobauautobahn

28. Mai 2021 · Lesedauer 2 min

Rund 500 Demonstranten verschiedener NGOs und Klimaschutz- sowie Umwelt-Bewegungen gingen am Freitag gegen den Bau der Lobauautobahn in Wien auf die Straße.

Die Umweltbewegung "Fridays For Future" und mehrere Klima-NGOs haben am Freitag gegen das wohl größte Wiener Verkehrsbauprojekt der kommenden Jahre demonstriert: gegen die geplante Verlängerung der Nordostumfahrung S1 inklusive Lobautunnel. Der unter dem Motto "Mobilitätswende Jetzt" stehende Demozug führte unter anderem zum Rathaus, zur Asfinag-Zentrale, zur Industriellenvereinigung sowie - als Schlusspunkt - zum Umweltministerium.

Zeitalter der Verbrennungsmotoren vorbei

Rund 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren laut Angaben der Organisatoren unterwegs. Gehe es nach der Bundesregierung und der Asfinag, solle noch heuer mit dem Bau des Autobahnprojektes begonnen werden, wurde in einer Aussendung bekrittelt. Angesprochen fühlen durfte sich heute unter anderem die IV: "Die Industriellenvereinigung muss einsehen, dass das Zeitalter der Verbrennungsmotoren vorbei ist. Klimaneutralität ist nur möglich, wenn es verbindliche Ausstiegsziele für Kohle, Öl und Gas gibt. Dazu zählt auch der Baustopp von neuen Autobahnen," erklärte Mit-Organisator Simon Pories von "Fridays For Future".

Die Stadt Wien wiederum habe die Verantwortung für die vierspurige Stadtstraße Aspern, weshalb der Demozug vor das Rathaus gezogen sei und die Beendigung dieses Projekts gefordert habe. "In Wien werden zwei Drittel des Straßenraums dem Autoverkehr zur Verfügung gestellt, obwohl nur ein Drittel der Menschen ein Auto besitzt. Bei jedem kleinen Radweg wird uns vorgerechnet, wie teuer das nicht ist, aber für eine vierspurige Straße ist anscheinend genug Geld da", kritisierte Aktivistin Veronika Winter.

4,5 Milliarden Euro "verschleudert"

Die Lobau-Autobahn und ihre Zubringerprojekte stünden für eine rückwärtsgewandte Verkehrspolitik und für die Zerstörung unserer Lebensgrundlagen, beklagte auch Monika Berger von der Initiative "System Change, not Climate Change!". Was es stattdessen brauche, ist eine klimagerechte Mobilitätswende, befand sie. Kritisiert wurden auch die Kosten des Projekts von mehr als 4,5 Milliarden Euro. Diese würden "mitten in der Corona-Krise verschleudert".

Auch würden zusätzliche Lärm und die Abgasbelastung für die Anwohnerinnen und Anwohner entstehen. Argumente bezüglich Verkehrsentlastung und hohem Beschäftigungseffekt seien von der Wissenschaft hingegen "längst widerlegt".

Quelle: Agenturen / Redaktion / lam