Kistner: "Antikörpertest gibt keine Sicherheit"

01. Sept 2021 · Lesedauer 2 min

In Niederösterreich wurde mit der dritten Corona-Impfung gestartet. "Ein guter Zeitpunkt", sagt der Impfstoffexperte Otfried Kistner. Er erklärt warum der dritte Stich besser ist, als ein Antikörpertest und warum Kreuzimpfungen unbedenklich sind.

Man habe zu einem "guten Zeitpunkt" mit der dritten Corona-Impfung gestartet, sagt der Impfstoffexperte Otfried Kistner. Das würden auch klinische Studien zeigen. Mit der dritten Impfung könne man das Immunsystem "vollkommen gegen Erreger aufbauen", meint Kistner. Danach sei denkbar, dass man den Impfstoff nach drei, fünf oder zehn Jahren wieder auffrischen müsste.

Auch kleine Gruppen seien schützenswert

Aktuell halte der Impfschutz, vor allem bei Hochrisikopatienten, laut dem Experten neun Monate. Er spreche sich daher sehr für die dritte Impfung aus. Ein Antikörpertest hingegen "gibt mir keine Sicherheit", sagt Kistner. Man könne nach aktuellem Stand der Wissenschaft noch nicht sagen, "wie viele Antikörper man braucht, um geschützt zu sein", erklärt der Virologe. Daher verlasse man sich hier noch auf Erfahrungswerte.

Zu Kreuzimpfungen hingegeben gäbe es bereits Studien, die die Verträglichkeit bestätigen. "Man kann mit einem MRN-Impfstoff auf einen Vektor-Impfstoff folgend eine sehr gute Immunantwort erzeugen, die fast so gut ist wie von zwei MRNA-Impfstoffen", bestätigt Kistner im Newsroom LIVE. Er spricht sich zudem für eine Corona-Impfung bei Kindern unter 12 Jahren aus. Hier sei der Nutzen größer als das Risiko, denn eine Erkrankung sei "für den Betroffenen sehr schwerwiegend", erklärt der Virologe im Interview. Zudem sei "auch eine kleine Gruppe es wert geschützt zu werden", sagt Kistner. Solange die Datenlage nicht dagegenspreche und die Vakzine verträglich seien, sei er dafür.

Angela PerkonigQuelle: Redaktion / pea