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Kirchenrichter gibt nach Münchner Missbrauchsgutachten Ämter ab

28. März 2022 · Lesedauer 2 min

Der deutsche Kirchenrichter Lorenz Wolf gibt nach dem Münchner Missbrauchsgutachten seine Ämter auf. Er habe um seine Entpflichtung als Offizial und Leiter des Katholischen Büros Bayern gebeten, teilte das Erzbistum München und Freising am Montag mit.

Erzbischof Reinhard Marx habe Wolfs Rücktritt als höchster Kirchenrichter (Offizial) im Bistum angenommen. Das Gutachten attestierte Wolf Fehlverhalten bei der Aufarbeitung von Fällen sexuellen Missbrauchs.

Marx wolle nun doch die übrigen bayerischen Bischöfe bitten, Wolfs Entpflichtung als Leiter des Katholischen Büros zuzustimmen, hieß es weiter. "Ich hoffe, damit dem Anliegen, jeglichen weiteren Schaden von den Betroffenen des Missbrauchs und der Kirche zu vermeiden, im Rahmen meiner Möglichkeiten gedient zu haben", hieß es in einer Stellungnahme Wolfs, die das Bistum am Montag auf seiner Homepage veröffentlichte.

Kardinal Marx dankte Wolf laut Mitteilung für "diese weitgehende und respektable Entscheidung, durch die Sie persönlich Verantwortung übernehmen in Bezug auf den Umgang mit Fällen sexuellen Missbrauchs im Bereich der Erzdiözese".

Vorwurf von Fehlverhalten bei Aufarbeitung

Die Gutachter der Anwaltskanzlei Westpfahl Spilker Wastl (WSW) halten Wolf in ihrem im Jänner veröffentlichten Gutachten Fehlverhalten als Kirchenjurist beim Aufarbeiten von Fällen sexuellen Missbrauchs in der Erzdiözese München und Freising vor.

Konkret sprechen sie von zwölf Fällen mit "Anlass zur Kritik". Wolf habe zudem zu sehr zugunsten der Priester und Täter gehandelt sowie zu wenig im Sinne der Opfer und teils zu skeptisch ihnen gegenüber.

Quelle: Agenturen / hos