Kinderarzt: Infektionsanstieg "heißt nicht, dass Schule per se gefährlich für Kinder ist"

10. Jan 2022 · Lesedauer 2 min

Florian Götzinger, Kinderinfektiologe in der Klinik Ottakring, sagt im PULS 24 Interview, dass auch die Infektionen unter Kindern steigen werden, dies aber nicht bedeute, dass Schulen per se gefährlich seien. Er legt allen Eltern auf jeden Fall die Impfung nahe.

Der starke Anstieg an Neuinfektionen durch die Omikron-Variante werde auch zu einem Anstieg an Infektionen bei Kindern führen, prognostiziert Kinderinfektiologe Florian Götzinger von der Klink Ottakring. Allerdings beruhigt er: "Wir gehen nicht davon aus, dass viele Kinder extrem schwer erkranken", meint er im Interview mit PULS 24 Anchor René Ach.

Bei Kindern mit schweren Verläufen handle es sich seiner Erfahrung nach um "in der Regel Kinder mit sehr schweren Grunderkrankungen", also Hochrisikopatienten. Viele Eltern seien da zum Glück so aufmerksam, dass sie sich vorzeitig melden, wodurch der schwere Verlauf so gut wie möglich gemildert werden könne. Auf der Intensivstation hätte er bisher nur zwei Kinder behandeln müssen und beiden gehe es inzwischen wieder gut.

Schulen nicht "per se gefährlich"

Auch würde ein Infektionsanstieg bei Kindern nicht bedeuten, "dass die Schule per se gefährlich für die Kinder ist", meint der Kinderarzt. Es seien gute Vorbereitungen getroffen worden, um die Schulen sicher zu machen. Viele Kinder würden sich wahrscheinlich nicht in der Schule, sondern anderswo anstecken. Durch die Tests an den Schulen können diese oft asymptotischen Infektionen entdeckt werden.

Götzinger plädiert ausdrücklich für die Impfung von Kindern. Es gebe aktuell zwei Möglichkeiten, sich zu immunisieren: durch eine Infektion oder durch eine Impfung. Die Infektion berge auch für Kinder das Risiko von Nebenwirkungen und schwerwiegenden Folgen wie Long-Covid und Inflammationssyndrom, daher sei die Impfung in jedem Fall vorzuziehen, betont Götzinger.

Stephan HoferQuelle: Redaktion / hos