Kilometerlanger russischer Militärkonvoi auf dem Weg nach Charkiw

10. Apr. 2022 · Lesedauer 3 min

Die Vorbereitungen für die russische Offensive in der Ostukraine laufen offenbar auf Hochtouren. Aktuelle Satellitenbilder zeigen einen fast 13 Kilometer langen russischen Militärkonvoi, der sich von der russischen Grenze in Richtung Charkiw bewegt. Der Flughafen Dnipro wurde bei Raketenangriffen "völlig zerstört" heißt es von Seiten der Ukraine.

Die von Moskau geplante Großoffensive im Osten der Ukraine wird aktuell im großen Stil vorbereitet. Satellitenbilder vom Wochenende zeigen einen rund 13 Kilometer langen russischen Militärkonvoi bei Welykyj Burluk, einer russisch besetzten Ortschaft im äußersten Osten der Ukraine, knapp 100 Kilometer Luftlinie von Charkiw.

Der Konvoi besteht laut Berichten der Nachrichtenagentur AFP aus Panzern, gepanzerten Transportern sowie schwerer Artillerie und Versorgungs-Lkw.

Militärexperte Karner rechnet mit "Zangenangriff"

Das russische Militär zieht nach seinem Rückzug aus dem Norden der Ukraine Truppen für neue Offensiven im Osten zusammen. Wie PULS 24 Militärexperte Gerald Karner vermutet, sollen die dort kämpfenden ukrainischen Verbände in einer Zangenbewegung aus Nord- und Südosten eingekreist und abgeschnitten werden.

Offizier und Militärstratege Gerald Karner über die Lage in der Ukraine und die geplante russische Offensive in der Ostukraine.

Flughafen Dnipro "völlig zerstört"

Mit neuen schweren Raketenangriffen haben die russischen Streitkräfte nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau Dutzende weitere Militärobjekte in der Ukraine zerstört. Insgesamt seien 86 Objekte innerhalb eines Tages getroffen worden, teilte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, am Sonntag in Moskau mit.

Nach ukrainischen Angaben wurde der Flughafen Dnipro "vollständig zerstört". Sowohl der Flughafen als auch die umliegende Infrastruktur seien zerstört worden, erklärte am Sonntag der für die ostukrainische Stadt zuständige Gouverneur auf Telegram. Es werde derzeit geprüft, ob es Todesopfer gebe.

Im Gebiet Dnipropetrowsk seien der Stab und Basis des Bataillons Dnipro vernichtet worden. Der Stützpunkt soll demnach auch als Sammelstelle für Söldner gedient haben. Überprüfbar waren diese Angaben nicht.

Luftabwehr bei Charkiw getroffen

Zerstört worden seien auch auf dem Militärflugplatz der Garnisonsstadt Tschuhujiw im Gebiet Charkiw Startkomplexe des Luftabwehrsystems S-300 sowie in der Ostukraine mehrere Drohnen, zwei Munitions- und drei Treibstofflager, sagte Generalmajor Konaschenkow.

Die prorussischen Separatisten teilten am Sonntag mit, ukrainische Truppen hätten in der umkämpften Hafenstadt Mariupol zwei ausländische Schiffe samt Besatzung in ihre Gewalt gebracht und würden von dort aus die Stadt beschießen. Die Separatisten kämpfen mit Unterstützung der russischen Armee darum, Mariupol am Asowschen Meer vollständig einzunehmen. Russland war vor gut sieben Wochen in das Nachbarland einmarschiert.

Stephan HoferQuelle: Redaktion / hos