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Innenministerium bekommt "Peckerl-Kommission" für Polizisten

Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) kündigte an, dass Polizist:innen künftig auch sichtbare Tätowierungen tragen dürfen. Auch Herbert Kickl (FPÖ) wollte das schon. Die Gewerkschaften kritisieren das Vorhaben scharf. Die "Peckerl" sollen aber weiterhin streng kontrolliert werden, wie PULS 24 erfuhr.

Momentan dürfen Polizist:innen in Österreich nur Tätowierungen haben, die von der Uniform bedeckt werden. Wie Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) nun via "Kronen Zeitung" verkündete, soll sich das aber bald ändern. "Es hat sich in der Gesellschaft viel verändert, Tätowierungen sind heute - vor allem bei jungen Menschen - ein Bestandteil der Lebenskultur. Daher werden wir auch sichtbare Tattoos erlauben", sagte der Innenminister. 

Das soll freilich nicht heißen, dass jedes Motiv erlaubt wird. Der Innenminister möchte aber Prüfungen im Einzelfall. So soll verhindert werden, dass Polizist:innen etwa rechtsextreme Symbole oder Totenköpfe tätowiert haben, heißt es in der "Krone". Schon in den nächsten Wochen sollen Details bekannt werden. 

Kommission im Ministerium

Wie PULS 24 schon jetzt aus dem Innenministerium erfuhr, sollen Richtlinien ausgearbeitet werden, nach denen die Motive und auch die Körperstellen überprüft werden. Ein Totenkopf auf der Stirn sei etwa anders zu beurteilen wie einer am Rücken, heißt es. 

Bewerber:innen sollen künftig Fotos ihrer Tätowierungen vorlegen müssen. Diese werden dann mehrstufig geprüft. Zuerst von der Landespolizeidirektion, es soll aber auch eine Kommission im Innenministerium geben. Bei fragwürdigen Motiven soll zukünftig sogar der Staatsschutz (DSN) zugezogen werden können.

Hoffnung auf mehr Bewerbungen

Eine solche Aufweichung des Tätowierungsverbots hat übrigens auch schon der ehemalige Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) angekündigt. "Die entsprechende Verordnung ist in Ausarbeitung", sagte Kickl 2018. Sie kam aber nie. Man einigte sich damals auf die heute gültige Regel, nach welcher eben nur versteckbare Tätowierungen erlaubt sind.

Kickl erhoffte sich durch die Aufweichung der Regelung mehr Bewerber:innen als Polizist:innen. Ein ähnliches Ziel dürfte auch Karner im Sinn haben. Die Gewerkschaften unterstützen den Weg aber nicht. 

Gewerkschaft ist empört

"Nun erfährt man aus der Zeitung, dass der Herr Bundesminister beabsichtigt, die Tätowierungen auch an sichtbarer Stelle zuzulassen", empört sich etwa Reinhard Zimmermann, Vorsitzender der Polizeigewerkschaft im "Kurier". "Die Bevölkerung hat sich ein vernünftiges Erscheinungsbild der Polizei verdient", sagt der Gewerkschafter von der ÖVP-nahen Fraktion FCG (Die Fraktion Christlicher Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter). Unterstützung bekommt er laut "Kurier" von der roten Gewerkschaft.

Die Personalvertreter fürchten wohl eine generelle Aufweichung der Aufnahmekriterien. Dem Vernehmen nach könnte so ein Paket tatsächlich bald präsentiert werden.

ribbon Zusammenfassung
  • Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) kündigte an, dass Polizist:innen künftig auch sichtbare Tätowierungen tragen dürfen.
  • Auch Herbert Kickl (FPÖ) wollte das schon.
  • Die Gewerkschaften kritisieren das Vorhaben scharf.
  • Die "Peckerl" sollen aber weiterhin streng kontrolliert werden, wie PULS 24 erfuhr.