Infektiologe Wenisch: "Antikörper-Tests sagen nichts über Schutz gegen Ansteckung aus"

15. Nov 2021 · Lesedauer 2 min

Infektiologe Wenisch von der Klinik Favoriten rät jedem ab, sein Geld für Corona-Antikörpertests beim Fenster raus zu schmeißen. Selbst hohe Antikörperwerte würden nicht garantieren, dass man gegen eine Ansteckung geschützt ist.

Das Nationale Impfgremium, Experten und die Regierung fordern alle auf, sich impfen zu lassen. Gerade Genesene und bereits Geimpfte lassen stattdessen aber oft ihre Antikörperwerte bestimmen. Sie glauben, dass wenn hohe Antikörperwerte nachgewiesen werden, eine Impfung oder Auffrischungsimpfung nicht notwendig sei.

Das sei definitiv falsch, klärt Christoph Wenisch, Leiter der Infektionsabteilung der Klinik Favoriten, auf. Ein hoher Antikörper-Wert schütze nicht vor Ansteckung. Er schildert den Fall einer Patientin, die trotz eines Antikörperwertes von 22.000 im Spital beatmet werden musste. Ein hoher Wert bedeute nicht, dass man nicht krank wird. 

Virologe: Antikörper-Tests nicht empfohlen

Virologe Lukas Weseslindtner von der MedUni Wien erklärt, warum Antikörpertests wenig aussagekräftig sind.

"Irgendwelche Antikörper" werden gemessen

Das Problem sei, dass beim Antikörpertest "irgendwelche Antikörper", jedoch nicht jene gemessen werden, die schützend seien. Man solle den Wert keinesfalls messen lassen und sein Geld dafür verschwenden. Stattdessen solle man sich die Corona-Impfung in den empfohlenen Intervallen holen, egal wie hoch die Antikörper sind. Das Nationale Impfgremium empfiehlt aktuell eine Auffrischungsimpfung nach sechs Monaten, bei Johnson&Johnson bereits nach 28 Tagen. 

Marianne LamplQuelle: Redaktion / lam